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"In War & Peace" von Joyce DiDonato: Arien über Krieg und Frieden


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"In War & Peace" von Joyce DiDonato: Arien über Krieg und Frieden

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Auf welche Art und Weise kann Musik dabei helfen, in unserer sorgenvollen Welt Trost zu spenden? Die weltberühmte US-amerikanische Mezzosopranistin Joyce DiDonato hat versucht, mit ihrem neuen Programm aus gewagten und faszinierenden Barockarien eine Antwort zu finden. Sie stellt der Brutalität des Krieges den Trost des Friedens entgegen.

“In War & Peace” (dt. “In Krieg und Frieden”), Harmonie durch Musik, ist der Titel DiDonatos neuer CD. Derzeit tourt sie mit dem Programm. Musica hat sie im Musiikkitalo, im “Haus der Musik” in Helsinki, getroffen.

Licht, Hoffnung, Freude: Die außergewöhnliche Reise, auf die uns Joyce DiDonato mitnimmt, endet mit einem Stück des neapolitanischen Komponisten Nicolò Jommelli, der im 18. Jahrhundert lebte. Sie führt uns durch die Schrecken des Krieges zu der Geborgenheit des Friedens. DiDonato: “Wir benutzen diese jahrhundertealten, großartigen Kompositionen, um die beiden Seiten der menschlichen Seele zu beleuchten, die wir alle in uns haben: das Helle und das Dunkle, Aufruhr und Gelassenheit. Das erste Stück ‘Szenen des Schreckens, Szenen des Leids’ erzeugt eine Ahnung von Zerstörung.” Zu der Musik aus Georg Friedrich Händels Oratorium Jephtha sagt DiDonato weiter: “Die Zuschauerinnen und Zuschauer werden mitten ins Chaos gestürzt, sie sollen es fühlen.”

Die Mezzosopranistin hat auch ein Stück aus Leonardo Leos Oper Andromaca ausgesucht: “Man wird gefangen halten, ist Teil der Dunkelheit und sehnt sich nach dem Licht. Doch wenn das Licht kommt, lauert die Dunkelheit immer noch im Hintergrund. Wir stehen immer zwischen diesen beiden Welten.”

DiDonato sagt über ihr neuestes Projekt: “Ich wollte die Zuschauer damit aufrütteln, sodass sie sich damit auseinandersetzen müssen, warum sie sich unwohl fühlen oder warum sie aufgeregt sind. Dazu benutze ich Schminke, sie wirft einen Blick auf die Welt der Narben, Wunden und des Bluts; die Narben sind auch in Friedenszeiten da, aber sie sind leichter, wässriger, sehen aus wie Blumen.”

Zu ihren Beweggründen für “In War & Peace” sagt die Künstlerin: “Ich bin ein sehr idealistischer Mensch und ich glaube wirklich, dass wir die Welt ändern können. Ich glaube, dass Musik heilen kann, dass sie eine große Kraft hat, die stärker ist als moderne Technik. Musik berührt die Herzen der Menschen überall. Ich möchte den Menschen zeigen, dass wir die Wahl haben: Wir können das Dunkle pflegen oder das Helle. Wir können das Licht in unserem Leben immer heller werden lassen.”

“Inmitten von Chaos: Wie finden Sie Frieden?” fragt DiDonato ihre Fans auf der “In War & Peace”-Homepage.

Joyce DiDonato beginnt ihre Tour im Dezember in ihrer Heimat USA. Im Mai ist sie mit “In War & Peace” in Berlin und Essen zu sehen.

Die CD mit Aufnahmen des Barockensembles Il Pomo d’Oro, dirigiert von Maxim Emelyanychev, ist im November bei Parlophone/Erato/Warner Classics erschienen.

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