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Lyon: Lichtsignale gegen die Terrorangst

Touristen sind scheue Kunden.

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Lyon: Lichtsignale gegen die Terrorangst

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Touristen sind scheue Kunden. Wenn es irgendwo knallt, bleiben sie weg.

Zwei Millionen Menschen arbeiten in Frankreich in der Tourismusbranche – ein wichtiger Wirtschaftsfaktor mit mehr als sieben Prozent Anteil am Bruttoinlandprodukt. Wie wird das Land mit den Folgen der Terrorattacken vom November 2015 (Paris, 130 Tote) und dieses Jahr im Juli (Nizza, 86 Tote) fertig? Im Sommer (Mai bis September) trauten sich 16,6 Prozent weniger ausländische Touristen nach Paris als vor einem Jahr, im ganzen Land 5,5 Prozent.

Lyon im Südosten hatte 2015 sein Lichterfest Anfang Dezember (08.12 bis 10.12. 2016) ganz gestrichen, die regionale Hotelbranche büßte geschätzt 30 Prozent Jahresumsatz ein.

François Gaillard, Fremdenverkehrsamt:

“Dieses Jahr macht Mut, wegen der Reservierungen. Vor allem die Hotels in Lyon sind in den drei Tagen fast voll, das macht uns sehr glücklich.”

Nach einer religiösen Tradition beleuchten die Lyoner am 08. Dezember ihre Fenster mit Kerzen – daraus wurde in den vergangenen 10 Jahren ein Spektakel der Beleuchtung und Projektionen, das rund vier Millionen Besucher aus aller Welt anzieht.

Laurent Jaume, Roosevelt Hotel, Lyon, Präsident des Hoteliersverbandes UMIH/Rhône:

“Alles ist enthusiastisch, dieses Jahr wird außergewöhnlich, weil das Fest im vergangenen Jahr ausgefallen ist. Alle haben einen Zahn zugelegt, die Organisatoren, damit es ein Erfolg wird. Und die Kunden auch, insgesamt ist die Auslastung gut, auch wenn wir in diesem Jahr einen Tag weniger haben als früher.”

Konzentrierter und an weniger Tagen, 41 Lichtprojekte statt wie bisher doppelt so viele, 750 bewaffnete Sicherheitsleute kontrollieren den limitierten Bereich der Lichtinstallationen – “wir haben uns gefragt: Sollen wir es dieses Jahr wieder machen? – so der stellvertretende Bürgermeister George Képénékian. “Ja. Wir zeigen damit unseren Widerstand. Wir geben uns den Terroristen nicht geschlagen. Niemand wird für uns entscheiden, wie wir leben.”

Anja Bencze, Sigrid Ulrich