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Dramatischer Appell aus Paris: "Gnade für Aleppo"

Die Teilnehmer einer Syrienkonferenz in Paris haben an das syrische Regime appelliert, Zivilisten und Kämpfer aus den belagerten Vierteln abziehen zu lassen.

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Dramatischer Appell aus Paris: "Gnade für Aleppo"

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Die Lage in Aleppo ist dramatisch. Die Teilnehmer einer Syrienkonferenz in Paris haben an das syrische Regime appelliert, Zivilisten und Kämpfer aus den belagerten Vierteln abziehen zu lassen. Die sogenannte Freundesgruppe Syriens, bestehend aus westlichen und arabischen Ländern, unterstützt moderate Gegner Assads und setzt sich für eine politische Lösung des Konflikts ein.


“Ziel ist, die Opposition zu beseitigen”

“Beim Kampf um Aleppo geht es nicht darum, den Terrorismus zu bekämpfen. Sondern um den Versuch, jede politische Opposition auszumerzen”, so der französische Außenminister Jean Marc Ayrault. “Man nutzt Gewalt, um einen Diktator zu stützen, der verachtet wird. Das Ziel ist, die Opposition zu beseitigen.” Er erklärte, die syrische Opposition sei zu Gesprächen ohne Vorbedingungen bereit. Das habe deren Koordinator Riad Hidschab mitgeteilt.

Der deutsche Außenminister Frank Walter Steinmeier erklärte: “Viele mögen Aleppo oder vielleicht sogar Syrien schon aufgegeben haben. Wir haben es jedenfalls nicht und deshalb werden wir, die wir hier stehen, weiterhin nach Möglichkeiten für einen Ausweg suchen.” US-Außenminister John Kerry sagte, Russland und Assad seien derzeit in einer überlegenen Position. Sie hätten die Möglichkeit, ein wenig Gnade walten zu lassen. In der Diplomatie bringe ein wenig Gnade manchmal sehr viel.

Moskau und Washington hatten über eine Waffenruhe verhandelt, um Zivilisten die Chance zu geben, die Stadt zu verlassen. Russland verlangt von den USA u.a. die Rebellen davon zu überzeugen, ihre Viertel zu verlassen und ihrem Abtransport zuzustimmen.