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Syrien: Immer mehr Menschen verlassen belagerten Ostteil Aleppos


Syrien

Syrien: Immer mehr Menschen verlassen belagerten Ostteil Aleppos

  • Widersprüchliche Angaben über genaue Zahl der Flüchtenden
  • Hunderte Rebellen sollen Waffen niedergelegt haben
  • Syrische Truppen kontrollieren angeblich 93 Prozent Aleppos

Immer mehr Menschen verlassen den belagerten Ostteil der syrischen Stadt Aleppo. Das russische Militär teilte mit, am Samstagvormittag hätten mehr als 20.000 Menschen die eingerichteten Fluchtkorridore genutzt. Die den Rebellen nahestehende Syrische Beobachtungsstelle nannte dagegen eine deutlich geringere Zahl. Demnach haben mehrere Hundert Zivilisten das umkämpfte Gebiet verlassen.

Mehr als 1200 Rebellen hätten die Waffen niedergelegt, erklärte ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums. Er verwies auf Livebilder, auf denen man sehen könne, dass ununterbrochen Menschen über die humanitären Korridore in die von der Regierung kontrollierten Gebiete flüchteten. Etwa 93 Prozent Aleppos würden inzwischen von der syrischen Armee kontrolliert. Man wende sich nun an jene, die in den vergangenen Monaten erklärt hatten, sie stünden bereit, humanitäre Hilfe zu leisten: Etwa 50.000 Menschen seien in den vergangenen zwei Tagen aus Ost-Aleppo geflohen, sie bräuchten nun diese Hilfe. Eine Bestätigung für die russischen Zahlen gibt es bislang nicht.

Die Flucht aus dem belagerten Gebiet ist gefährlich. Den UN liegen Berichte vor, dass bewaffnete Oppositionsgruppen auf fliehende Zivilisten gefeuert haben. Zudem sollen Hunderte Männer aus Rebellengebieten nach der Flucht in Regierungsviertel verschwunden seien. Fällt Aleppo, könnte das ein Wendepunkt in dem Bürgerkrieg sein – Aleppo ist die letzte Großstadt, in der Rebellen noch nennenswerte Gebiete kontrollieren.

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