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Förderkürzung beschlossen: Ölpreise steigen wie geschmiert


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Förderkürzung beschlossen: Ölpreise steigen wie geschmiert

Die Ölpreise sind nach der Ankündigung von Förderkürzungen des Ölkartells OPEC und anderer wichtiger Förderländer – der ersten seit 15 Jahren – auf das höchste Niveau seit Sommer 2015 gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zeitweise bis zu 57,89 US-Dollar, (während für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) bis zu 54,51 Dollar gezahlt wurden). Zeitweise wurden bis zu 6,6 Prozent aufgeschlagen.

Analyst Chris Beauchamp, IG, London:

“Das könnte im Jahr 2017 ein neue Ära auf dem Ölmarkt einläuten. Da muss man weiter dranbleiben, meine ich. Bei diesen OPEC und Nicht-OPEC-Nationen zählen Fakten, nicht was angekündigt wird. Keiner sollte sich da zu früh freuen.”

Am Wochenende hatten sich die OPEC und ein Dutzend anderer Länder, die nicht dem Produzentenverband angehören, auf ein reduziertes Angebot geeinigt. Die Nicht-Opec-Länder wollen die Menge um insgesamt 558.000 Barrel täglich drosseln, Russland allein steht für 300.000 Barrel. Die OPEC-Staaten wollen täglich 1,2 Millionen Barrel weniger fördern. Alle leiden unter dem seit 2014 stark zurückgegangenen Ölpreis, der von mehr als 100 Dollar auf bis zu etwa 30 Dollar zu Jahresbeginn 2016 eingebrochen war.

Vor allem für Saudi-Arabien hatte, nachdem die Ölpreise im Jahr 2014 bereits drastisch gefallen waren, weiterhin den Markt überschwemmt, um den OPEC-Marktanteil gegen die Fracking-Industrie zu verteidigen. Im Mai 2016 waren von 1.700 über die gesamten USA verbreiteten Fracking-Arealen, die es auf dem Höhepunkt des Booms gegeben hatte, nur noch 370 übriggeblieben.

OPEC und Nicht-OPEC wollen nun knapp 1,8 Millionen Barrel Öl weniger auf den Markt werfen, insgesamt soll das
weltweite Ölangebot um etwa zwei Prozent reduziert werden.Allerdings sind schon Zeitpunkt und Dauer vage. Eugen Weinberg, Leiter der Rohstoffanalyse bei der Commerzbank. «Die Erfahrung lehrt, dass derartige Vereinbarungen letztlich nur Lippenbekenntnisse sind, die überwiegend nicht eingehalten werden.» «Warum auch, schließlich drohen keine Sanktionen bei Nichteinhaltung.»

Auch die Aussicht auf eine höhere US-Ölförderung spreche gegen nachhaltig steigende Ölpreise, sagte Weinberg.

su mit dpa, Reuters

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