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IWF-Chefin Lagarde vor Gericht


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IWF-Chefin Lagarde vor Gericht

IWF-Chefin Christine Lagarde hat sich am Montag in Paris vor Gericht gegen den Vorwurf der Veruntreuung öffentlicher Mittel verteidigt. Sie wird beschuldigt, in ihrer Zeit als französische Finanzministerin fahrlässig ein Schiedsgerichtsverfahren ermöglicht zu haben. Im Rahmen dieses Verfahrens hat die französische Republik auf Schadenersatzansprüche gegen den Unternehmer Bernard Tapie verzichtet.

“Wie kann der Gerichtshof nach nur wenigen Tagen sagen, dass es eine Veruntreuung von Geldern gegeben hat, wenn das Teil der vielfältigen und komplexen Beweisaufnahme ist? Das erscheint mir unvernünftig”, meint Lagardes Verteidiger Maitre Patrick Maisonneuve.

Bei einer Verurteilung drohen Lagarde bis zu ein Jahr Haft und 15.000 Euro Strafe. Außerdem wäre fraglich, ob sie dann noch länger an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF) bleiben kann.

Lagarde hatte 2007 grünes Licht für ein Schiedsverfahren gegeben, das Tapie mehr als 400 Millionen Euro zusprach. Trotz ihrer Niederlage verzichtete sie anschließend darauf, Rechtsmittel gegen die Entscheidung einzulegen.

Nach Ansicht der Anklage erfolgten ihre Entscheidungen vorschnell und ohne dass sie sich ausreichend mit der Materie auseinandergesetzt hatte. Lagarde hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Inzwischen ermittelt die Justiz wegen Betrugsverdachts gegen mehrere Beteiligte, es soll Verbindungen zwischen Tapie und einem der Schiedsmänner gegeben haben.

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