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Türkei: Mehr als 230 ranghohe pro-kurdische Politiker verhaftet

Nach den Terroranschlägen in Istanbul sind die türkischen Behörden massiv gegen die pro-kurdische Opposition im Land vorgegangen.

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Türkei: Mehr als 230 ranghohe pro-kurdische Politiker verhaftet

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  • Festnahmen u.a. in Istanbul, Ankara und Izmir
  • Türken nehmen Abschied von Anschlagsopfern
  • Zahl der Toten steigt auf 44

Nach den Terroranschlägen in Istanbul sind die türkischen Behörden massiv gegen die pro-kurdische Opposition im Land vorgegangen. Die Polizei nahm bei landesweiten Razzien mindestens 237 ranghohe HDP-Politiker fest. Verhaftungen gab es unter anderem in Istanbul, Ankara und Izmir. Bei einem Großeinsatz in der Stadt Adana mit rund 500 Polizisten kamen unter anderem auch gepanzerte Fahrzeuge und Helicopter zum Einsatz. Beamten der Sondereinsatzpolizei sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan, sie sollten nicht zögern, im Kampf gegen den Terrorismus die ihnen verliehene Macht zu nutzen. Wenn man mit einem Tyrannen Mitleid habe, betrüge man die Unterdrückten. Die Beamten sollten niemals Mitleid mit einem Tyrannen haben.

Viele Türken drängten am Montag in die Moscheen, um sich von den Anschlagsopfern zu verabschieden. Unter den Trauernden waren auch der Präsident und Ministerpräsident Binali Yildirim. Die Zahl der Toten des Doppelanschlags stieg inzwischen auf 44. Darunter sind 36 Polizisten und 8 Zivilisten. Zu der Tat bekannte sich die TAK, die von manchen als Splittergruppe der PKK angesehen wird. Am Samstagabend war im Istanbuler Stadtteil Besiktas zunächst eine Autobombe explodiert, eine Minute später sprengte sich dann ein Selbstmordattentäter in die Luft. Es war der fünfte schwere Terroranschlag in Istanbul binnen eines Jahres.