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Europas GPS-Alternative Galileo wird aktiviert


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Europas GPS-Alternative Galileo wird aktiviert

Europa schaltet sein eigenes Satellitenpositionierungssystem an. 17 Jahre nach dem Startschuss ist Galileo ab Donnerstag aktiv. Es bietet Nutzern eine Alternative zum 38 Jahre alten GPS system und ist mit einem Meter Genauigkeit deutlich präziser. Für zahlende Kunden geht es sogar zentimetergenau.

Aktuell gibt es nur wenige Geräte, die schon für die Galileo-Signale vorbereitet sind. Das dürfte sich mit der Aktivierung in den nächsten Jahren aber ändern, insbesondere bei Smartphones und Navis. Auch für Notrufsysteme in Fahrzeugen sollen Galileo-Chips genutzt werden.

Euronews-Reporter Jeremy Wilks: “Als der Vertrag unterzeichnet wurde, war die Fertigstellung für 2008 anvisiert worden. Jetzt ist es Ende 2016 und der Service ist endlich gestartet. Wichtig bei Galileo ist, dass es von der Europäischen Kommission als ziviler Service betrieben wird, anders als die amerikanischen und russischen Versionen GPS und Glonass. Für Europa hat das strategische Bedeutung.”

Galileo soll der Wirtschaft ein Werkzeug für präzise Messungen an die Hand geben und der EU ein Stück Unabhängigkeit verschaffen. Von den USA wird die zivile Nutzung des GPS-Systems zwar seit dem Jahr 2000 garantiert, theoretisch könnten die amerikanischen und russischen Systeme aber regional abgeschaltet oder ihre Genauigkeit reduziert werden – so geschehen etwa während des indisch-pakistanischen Konfliktes im Jahr 1999. Indien und auch China bauen inzwischen eigene Systeme auf.

Derzeit sind 18 Galileo-Satelliten im Orbit und davon 14 in Betrieb. Laut der Europäischen Raumfahrtagentur ESA soll Galileo bis 2020 mit 30 Satelliten fertigstellt sein. Bis dahin wird das System voraussichtlich knapp über 5 Milliarden Euro gekostet haben – also etwa so viel, wie der Flughafen Dubai oder, nach aktuellem Berechnungen, der neue Berliner Großflughafen BER.

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