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12-Jähriger soll improvisierte Nagelbomben in Ludwigshafen platziert haben

Es geht um die Absicht, besonders gefährlich war ein improvisierter Sprengsatz beim Rathaus wohl nicht. Auch am Weihnachtsmarkt hatte es einen Fund gegeben.

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12-Jähriger soll improvisierte Nagelbomben in Ludwigshafen platziert haben

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Eineinhalb Wochen nach dem Fund einer Nagelbombe im rheinland-pfälzischen Ludwigshafen steht ein zwölf Jahre alter Junge unter Verdacht, möglicherweise gleich zwei Anschläge versucht zu haben. Der Fall sorgt derzeit bundesweit für Aufsehen.

Am 5. Dezember war in der Nähe des Rathauses in einer abgelegten Tasche eine improvisierte Bombe gefunden worden. Wie es aus Ermittlerkreisen hieß, wurde sie aus einem Einmachglas, Nägeln, dem Inhalt von Feuerwerkskörpern und Wunderkerzen improvisiert. Explodiert war sie nicht., möglicherweise war sie dazu auch nicht geeignet.

Inzwischen ist neben dem Jugendamt auch die Bundesanwaltschaft eingeschaltet. Die Bürgermeisterin von Ludwigshafen, Ewa Lohse, nannte bei einer Pressekonferenz am Freitag mit Verweise auf die Bundesanwaltschaft noch keine weiteren Details.

Die verschiedenen Behörden untersuchten derzeit die Optionen zum weiteren Umgang mit dem Verdächtigen, so Lohse: “Der 12-Jährige, dem vorgeworfen wird, einen Bombenanschlag in Ludwigshafen geplant zu haben, befindet sich an einem sicheren Ort. Deswegen geht von ihm aktuell auch keine Gefahr aus. Die zuständigen Behörden arbeiten gemeinsam mit Hochdruck an einer Lösung, die längerfristig trägt”, sagte Lohse. Der Verdächtige ist noch nicht strafmündig.

Auf dem Weihnachtsmarkt von Ludwigshafen war schon Ende November eine ähnliche Bombe gefunden worden, die von Ermittlern laut Medienberichten ebenfalls mit dem verdächtigten Jungen in Verbindung gebracht wird.

Demnach handele es sich bei dem Jungen um einen in Deutschland geborenen und religiös stark radikalisierten Deutsch-Iraker, der bereits versuchte habe, nach Syrien zu reisen. Offiziell bestätigt wurden diese Informationen bislang nicht.