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Aleppo-Drama: EU-Ratspräsident Tusk kritisiert mangelnde Effektivität der EU

Das Leiden der Menschen in Syrien ist uns nicht gleichgültig, so Donald Tusk in Brüssel, aber angesichts der Brutalität in Aleppo war die EU nicht effektiv genug.

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Aleppo-Drama: EU-Ratspräsident Tusk kritisiert mangelnde Effektivität der EU

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Das Leiden der Zivilbevölkerung in der syrischen Stadt Aleppo hat den EU-Gipfel in Brüssel überschattet. Brita Hagi Hasan, der Bürgermeister der zerstörten Stadt, schilderte den 28 Staats- und Regierungschefs das Ausmaß der Tragödie.

Viele Gipfelteilnehmer zeigten sich erschüttert von der Situation, aber konkrete Schritte, um den Tausenden von Zivilisten in Aleppo zu helfen, wurden auch diesmal nicht vereinbart. EU-Ratspräsident Donald Tusk äußerte sich selbstkritisch. “Angesichts der Brutalität des syrischen Regimes und seiner Verbündeten, besonders Russland und Iran, waren wir nicht so effektiv, wie wir es gern wären”, so Tusk. “Aber das Leiden der Menschen in Syrien ist uns nicht gleichgültig. Wir werden all diplomatischen Kanäle nutzen, um Druck auszuüben auf die anderen globalen Mächte, die in Syrien aktiv sind.”

Ziel seien humanitäre Korridore in den Ostteil von Aleppo, so Tusk, sowie freier Zugang für Helfer und eine Evakuierung unter internationaler Aufsicht. Mehrere Gipfelteilnehmer forderten nach Abschluss des Treffens, dass jene, die für das Leiden der Menschen in Aleppo verantwortlich sind, zu Rechenschaft gezogen werden.

“Ein Jahr nach Beginn der Friedengespräche für Syrien zeigt die Eroberung von Aleppo, dass diese diplomatische Anstrengung gescheitert ist”, so ein Euronews-Reporter in Brüssel. “Die Obama-Regierung und ihre europäischen Verbündeten haben kaum noch Zeit, eine politische Lösung zu finden. In etwas mehr als vier Wochen zieht ein neuer Präsident in Weiße Haus, der Moskau weit freundlicher gesinnt zu sein scheint als der Amtsinhaber.”