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Rückblick 2016: Während Syrienkonflikt eskaliert versagt internationale Gemeinschaft


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Rückblick 2016: Während Syrienkonflikt eskaliert versagt internationale Gemeinschaft

Jeder Krieg hat sein Symbol.
So wie Aleppo in diesem Jahr zum Symbol des Syrienkonflikts wurde, die Stadt und ihre Bewohner.

Das Bild dieses Jungen ging um die Welt.
Omran ist 4 Jahre alt. Helfer zogen ihn aus den Trümmern eines eingestürzten Hauses, das bei einem Luftangriff bombadiert wurde – verängstigt, schockiert und verletzt.

Der endlose Krieg

Ein Ende des blutigen Konflikts ist nicht in Sicht. Die umstrittene Regierung von Präsident Baschar al-Assad wurde seit Ende 2015 von der russischen Luftwaffe unterstützt.

Anfang des Jahres verständigte sich die internationale Gemeinschaft auf einen ersten Waffenstillstand. Den nahm Assad am 22. Februar unter Bedingungen an. Er kritisierte:
“Wann erwägt der Westen einen Waffenstillstand? Die Antwort liegt auf der Hand: wenn bewaffnete Kämpfer Rückschläge erleiden und einer Niederlage ins Auge sehen.
Eine Waffenruhe ist möglich zwischen zwei Armeen und zwischen zwei Staaten, aber niemals zwischen einem Staat und Terroristen.”

Für einige Wochen beruhigte sich der Konflikt zwischen den Truppen von Assad und den Rebellen. In West-Aleppo normalisierte sich das Leben. Obwohl die große Mehrheit des Landes gegen Assad ist, organisierte dieser – überzeugt von seiner Legitimität – Parlamentswahlen. Der syrische Präsident gab am 13. April seine Stimme ab … und gewann die Wahl mit 80% der Stimmen. Die Abstimmung wurde nur in den Gebieten durchgeführt, die unter seiner Kontrolle standen.

Ein Präsident aller Syrer?

Doch die Legitimität eines Präsidenten, der weniger als die Hälfte seines Landes kontrolliert, warf Zweifel auf. Nicht jedoch bei Assads Verbündeten: Russland und der Iran engagieren sich im Konflikt auf der Seite Assads.

Nur dank der russischen Luftwaffe gelang es den Regierungstruppen, mehr und mehr Gebiete zurückzuerobern.
Im März erklärte Russlands Präsident Wladimir Putin die Mission für erfüllt und kündigte den Rückzug von Teilen des Truppenkontingents an.

Badespaß und Bombenhagel

Während die Menschen in West-Aleppo offenbar die Freuden des Sommers genossen, wurde der Osten der Stadt bombardiert. Alltag im Bombenhagel, während Menschen in West-Aleppo in den Swimmingpool tauchen. Kontrastbilder eines gespaltenen Landes nach fünf Jahren Krieg.
Das Schicksal Syriens sorgt auch in der internationalen Gemeinschaft für Spannungen.

Internationale Bemühungen

Nach einem Verhandlungsmarathon im September versuchten sich die Außenminister John Kerry und Sergej Lawrow erneut an einer Waffenruhe. Die Positionen zwischen Washington und Moskau lagen noch immer weit auseinander, aber es kam schließlich zu einem Abkommen. Kerry zeigte sich optimistisch:
“Wir glauben, dass der Plan, falls er zum Einsatz kommt und befolgt wird, zu einem Wendepunkt führen kann.”

Die zweite Waffenruhe trat am 12. September in Kraft – und dauerte nur einige Tage. Nach mehreren Brüchen tötete die US-Luftwaffe – nach eigenen Angaben versehentlich – mehrere syrische Soldaten bei einem Bombenangriff. Nur wenige Stunden später wurde ein Hilfskonvoi des Roten Halbmonds angegriffen. 12 Menschen starben.

Der Krieg nahm erneut an Schärfe zu: Es herrschten Wut und Verzweifelung angesichts der Zerstörung des letzten großen Krankenhauses von Ost-Aleppo Anfang Oktober. Die WHO schlug Alarm.

Die syrische Hilfsorganisation Weißhelme schritt ein: Ärzte, Klempner, Bäcker und Lehrer riskierten ihr Leben, um Menschen zu retten. Sie zogen zahlreiche Verletzte aus den Trümmern.

Im November wählten die Menschen in den USA einen neuen Präsidenten – Donald Trump. Assad erklärte,
-“Wenn er die Terroristen bekämpft, dann werden wir natürlich Verbündete sein, zusammen mit den_ Russen, den Iranern und vielen Ländern, die die Terroristen besiegen wollen.”

Während sich das Gleichgewicht Ende 2016 zu Gunsten von Baschar al-Assad verschob, kehrten mittellose Familien zurück nach Aleppo. Zurück in die Viertel, die nun von der Regierung kontrolliert werden. Eine der ältesten Städte der Welt, die zum Weltkulturerbe zählt, liegt in Trümmern. Sie ist ein Symbol für das Versagen der internationalen Diplomatie.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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Rückblick 2016: Terror erfasst Europa