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Türkei und Russland: Attentat ist "Provokation"

Nach dem Tod des russischen Botschafters haben Russland und die Türkei übereinstimmend von einem Terrorakt gesprochen.

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Türkei und Russland: Attentat ist "Provokation"

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Nach dem Tod des russischen Botschafters haben Russland und die Türkei übereinstimmend von einem Terrorakt gesprochen. Die Präsidenten Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan bezeichneten das Attentat als Provokation, die das zwischenstaatliche Verhältnis stören soll. “Wir müssen wissen, wer die Hand des Mörders führte”, sagte Putin der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Als Antwort auf den Mord werde Russland seinen Kampf gegen den Terror verstärken. “Die Banditen werden es zu spüren bekommen.” Putin ordnete die Bildung einer Ermittlergruppe an, die gemeinsam mit türkischen Behörden die Bluttat untersuchen soll. Auch Erdogan kündigte in einer am Abend im Fernsehen übertragenen Ansprache eine gemeinsame Untersuchungskommission an. Erdogan und Putin hatten kurz nach dem Attentat miteinander telefoniert.

Der mit Anzug und Krawatte gekleidete Angreifer hatte von hinten auf den Diplomaten geschossen, der die Eröffnungsansprache bei der Ausstellung hielt. Unmittelbar nach den Schüssen ruft der Angreifer zunächst auf Arabisch: “Wir sind diejenigen, die dem Propheten Mohammed Treue und dem Dschihad Treue schwören.” Diesen Satz rufen auch syrische Islamisten, wenn sie ins Gefecht ziehen.

An diesem Dienstag wollen die Außenminister der Türkei, Russlands und des Irans in Moskau über den Syrien-Konflikt beraten. Das Treffen stehe trotz des Attentats weiter auf der Tagesordnung, sagte der russische Außenpolitiker Leonid Sluzki nach Angaben der Agentur Interfax. Moskau und Teheran unterstützen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Die Türkei will eine Zukunft für Syrien ohne Assad.