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Polizei hat offenbar den falschen Verdächtigen festgenommen


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Polizei hat offenbar den falschen Verdächtigen festgenommen

Offenbar hat die Polizei in Berlin nach dem Angriff auf den Weihnachtsmarkt den falschen Verdächtigen festgenommen.

Der Polizeipräsident von Berlin Klaus Kandt erklärte über den jungen Mann, der nachdem ein LKW in den Weihnachtsmarkt gecrasht war, festgenommen wurde: “Es ist in der Tat unsicher, dass er der Fahrer war.”

Die deutsche Zeitung “Welt” zitierte eine nicht namentlich genannte Quelle der Polizei “Und damit eine neue Lage. Denn der wahre Täter ist noch bewaffnet auf freiem Fuß und kann neuen Schaden anrichten.”

Zuvor hatte der deutsche Innenminister Thomas de Maizière erklärt: “Eine Person wurde als möglicher Tatbeteiligter im Anschluss an die Tat festgenommen. Er streitet die Tat ab. Die Ermittlungen werden offen weitergeführt.”

Der nach dem LKW-Angriff auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin festgenommene Verdächtige soll Ende 2015 als Flüchtling nach Deutschland gekommen sein. Es soll sich um einen Pakistaner oder Afghanen handeln.

Berlin steht unter Schock: Mindestens 12 Menschen sind nach dem LKW-Angriff auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz tot, 49 weitere zum Teil schwer verletzt. Ein Tatverdächtiger wurde am Montagabend festgenommen. Es handelt es sich bei ihm um einen Flüchtling. Medieninformationen zufolge gelangte er am 31. Dezember vergangenen Jahres über die Balkanroute nach Deutschland. Er sei über Passau eingereist und soll aus Pakistan oder Afghanistan stammen. Die Polizei vermutet einen Terroranschlag und schließt einen Unfall aus.

Die Identifizierung des Verdächtigen ist schwierig, da er verschiedene Namen benutzte. Der Verdächtige sollte den aus Polen stammenden LKW gegen 20 Uhr rund 50 bis 80 Meter über den Markt an der Gedächtniskirche gefahren haben. Ein Mann, der auf dem Beifahrersitz saß, kam laut der Polizei vor Ort ums Leben. Er war Pole. Der LKW wurde inzwischen zur Spurensicherung abgeholt.

Der für den Staatsschutz zuständige Generalbundesanwalt in Karlsruhe übernahm die Ermittlungen.

LKW gehörte polnischer Spedition

Der Lastwagen gehörte einer polnischen Spedition, wie deren Eigentümer Ariel Zurawski dem polnischen Sender TVN 24 sagte. Der Fahrer, sein Cousin, sei seit etwa 16.00 Uhr am Montag nicht mehr zu erreichen gewesen. Für ihn könne er die Hand ins Feuer legen, dass er kein Attentäter sei. “Ihm muss etwas angetan worden sein”, sagte er.

Polnische Medien berichten, die GPS-Daten des LKW hätten gezeigt, dass der Wagen ab etwa 16 Uhr mehrmals gestartet worden sei. Das berichtete der Sender TVN24 unter Berufung auf die betroffene polnische Spedition bei Gryfino in der Nähe von Stettin. Dabei könnte es sich um Versuche eines mutmaßlichen Entführers gehandelt haben, den LKW zu steuern, vermuteten polnische Medien.

Gegen 19.45 Uhr habe der Wagen seinen Standort in Berlin endgültig verlassen, hieß es. Demnach hatte der LKW seit etwa Montagmittag vor einer Berliner Firma geparkt. Es sei geplant gewesen, aus Italien transportierte Stahlkonstruktionen Dienstag früh dort auszuladen, sagte der Spediteur dem Sender. Die Berliner Polizei teilte dagegen mit, es bestehe der Verdacht, dass der Sattelschlepper in Polen von einer Baustelle gestohlen worden sei.

Polizei bittet um Zeugenhinweise

Die Polizei schaltete ein Portal frei, über das Augenzeugen des möglichen Anschlags in Berlin Fotos und Videos hochladen können. Zuvor hatte die Polizei gebeten, kein Bildmaterial über Soziale Medien zu verbreiten oder es per Twitter an die Behörden zu senden. Auf Handy-Fotos und -Videos könnten Hinweise zu sehen sein, die den Ermittlern bei ihrer Arbeit helfen.

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