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Drei Tage nach dem Anschlag: Berliner Weihnachtsmarkt hat wieder geöffnet

Betonsperren sollen Schutz bieten

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Drei Tage nach dem Anschlag: Berliner Weihnachtsmarkt hat wieder geöffnet

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Der Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz öffnet zum zweiten Mal in diesem Jahr, aber diesmal ist alles anders. Vor drei Tagen hatte ein Attentäter mit einem Lastwagen hier elf Menschen getötet, ein weiterer Mann wurde erschossen. Den Schaustellern stehen die Tränen in den Augen, am Donnerstagvormittag luden sie zu einer Andacht für die Toten in der Gedächtniskirche. Die steht gleich neben dem Ort, an dem sich die Bluttat ereignet hat.

Mit der Wiedereröffnung trotzen Budenbesitzer und Besucher den Terroristen, die versuchen, die weihnachtliche Idylle und ein Stück europäische Identität zu zerstören. Eine Türkin auf dem Weihnachtsmarkt verglich die Situation mit der in ihrem Herkunftsland: “Diesen Terrorismus haben wir jahrelang in der Türkei gehabt. Wenn wir bei allen Anschlägen unsere Geschäfte zugemacht hätten, hätten wir keine Solidarität gegen den Terrorismus gezeigt.”

Anders ist jetzt, dass die Budenbesitzer auf poppige Musik und grelle Beleuchtung verzichten sollen. Anders ist auch, dass massive Betonsperren den Weihnachtsmarkt abschotten, damit nicht wieder ein verirrter Geist einen LKW auf den Markt zu steuern vermag. Wie der Weihnachtsmarkt einmal aussah, ohne Grablichter, Barrieren und Polizisten, daran erinnert nur noch eine Fototafel. Sie zeigt den Weihnachtsmarkt vor dem Montag, seit dem alles anders ist.