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VORHER-NACHHER-FOTOS aus Syrien: Aleppo zeigt seine Wunden

Fotovergleiche zeigen, wie sich die ehemalige Handelsmetropole durch den langjährigen Bürgerkrieg verwandelt hat.

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VORHER-NACHHER-FOTOS aus Syrien: Aleppo zeigt seine Wunden

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Vor dem Beginn des Bürgerkriegs in Syrien im Jahr 2011 hat Aleppo – und dort vor allem die historische Zitadelle – Scharen von Besuchern aus dem In- und Ausland angezogen. In den vergangenen vier Jahren stand das Bauwerk allerdings oft im Mittelpunkt von Kampfhandlungen. Als Teil der Altstadt lag die Zitadelle mitten in von Rebellen beanspruchten Gebieten, gegen die die syrische Armee und ihre Verbündeten militärisch vorgingen. Nach einer wochenlangen Offensive besetzten Regierungstruppen das Gebiet in der vergangenen Woche.

Das kombinierte Bild zeigt die Umayyad Moschee in Aleppo vor den Schäden am 6. Oktober2010 (links) und nach den Schäden (rechts) am 17. Dezember 2016. REUTERS/Khalil Ashawi (rechts)/Omar Sanadiki

Fotos von Reuters vor und nach den Kampfhandlungen belegen den Wandel der Stadt durch jahrelange Luftangriffe, Beschüsse, Brände und Straßenkämpfe. Das Schicksal der Stadt, die als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet ist, hat auch Archäologen und Historiker tief bewegt.

Das kombinierte Bild zeigt die Umayyad-Moschee vor den Schäden am 12. März 2009 (links) und nach den Beschädigungen am 13. Dezember 2016. REUTERS/Omar Sanadiki

“Wir sind jetzt genau vor dem Eingang der Zitadelle. Ich kenne die Straßen sehr gut, Meine Schule war in der Nähe. Jetzt ist nicht mehr viel von ihr übrig,” sagte Rechtsanwalt Abdel Rahman Berry. “Sie ist eine Ruine. Sie haben meine Kindheitserinnerungen ausgelöscht,” ergänzte er.

Große Teile von Aleppos Marktplatz, einem der größten auf der Welt, wurden in den Jahren 2012 und 2013 während der Kämpfe zerstört. Ebenso das Minarett der Umayyad-Moschee.

Während eines von der syrischen Armee begleiteten Rundgangs durch die Altstadt wurden Reportern die Zerstörungen am und auf dem Marktplatz gezeigt.

Das kombinierte Bild zeigt die Altstadt von Aleppo am 24. November 2008 (links) und nach den Zerstörungen am 13. Dezember 2016. REUTERS/Omar Sanadiki

Auch die Moschee selbst wurde beschädigt. Die Überreste des Minaretts stapelten sich dem Kollaps der Kontruktion in einer Ecke. Übrig blieben der elegante Boden und Teile der Arkaden.

Das kombinierte Bild zeigt den Eingang zum Marktplatz in der Altstadt von Aleppo am 24. November 2008 (links) und nach den Schäden am 13. December. REUTERS/Omar Sanadiki

Das kombinierte Bild zeigt das Al-Sheebani Schulgebäude in der Altstadt von Aleppo am 14. Mai 2008 (links) und nach den Schäden am 17. Dezember 2016. REUTERS/Omar Sanadiki

Das kombinierte Bild zeigt den Hof der Al-Sheebani-Schule in Aleppo am 6. Juni 2009 (links) und nach den Schäden am 17. Dezember 2016. REUTERS/Omar Sanadiki

Das kombinierte Bild zeigt die Umayyad-Moschee in Aleppo am 12. März 2009 (links) und nach den Schäden am 13. Dezember 2016. REUTERS/Omar Sanadiki

Das kombinierte Bild zeigt Hamam El Nahasin in der Altstadt von Aleppo am 6.Oktober 2010 (links) und nach den Schäden am 17. Dezember 2016. REUTERS/(links) Khalil Ashawi/Omar Sanadiki

Das kombinierte Bild zeigt die historische Zitadelle in Aleppo am 9. August 2010 (links) und nach den Schäden am 13. Dezember 2016. REUTERS/Sandra Auger (links)/Omar Sanadiki

Das kombinierte Bild zeigt die Shahba Mall, eines der größten Einkaufszentren in Syrien, am 12. Dezember 2009 und nach den Schäden am 16. Oktober 2016. REUTERS/Khalil Ashawi (links)/Abdalrhman Ismail

Dem Bürgerkrieg zum Opfer fielen auch zahlreiche weitere Gebäude, darunter mittelalterliche Moscheen und Geschäftshäuser, aber auch die Al-Shibani-Kirchenschule, die für die religiöse Toleranz in Aleppo stand, sowie das Nahasin-Badehaus aus dem 13. Jahrhundert.

Die Altstadt von Aleppo und die Zitadelle waren im Jahr 2004 restauriert worden.

Eine der Rebellentaktiken beim Straßenkampf in den engen Altstadtgassen war das Zünden von Minen in Tunneln unterhalb von Stellungen der syrischen Armee. Ein syrischer Soldat berichtete, selbst auf der Spitze der Zitadelle habe sich eine solche Detonation unterhalb des Carlton-Hotels wie ein Erdbeben angefühlt.

“Die Leichen unserer Kameraden liegen immer noch unter den Trümmern des Hotels,” ergänzte der Soldat.