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Amri nach Anschlag offenbar in Berlin gefilmt

Hält sich der mutmaßliche Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt noch in der Stadt versteckt? Erstmals sind Aufnahmen aufgetaucht, die Anis Amri nach dem Anschlag zeigen sollen.

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Amri nach Anschlag offenbar in Berlin gefilmt

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Neue Hinweise zum mutmaßlichen Attentäter Anis Amri könnten darauf hindeuten, dass der europaweit gesuchte Tunesier nach dem Anschlag Unterschlupf in Berlin gesucht hat. Der rbb veröffentlichte Überwachungsbilder, die den Terrorverdächtigen knapp acht Stunden nach dem Lkw-Anschlag vor einem Berliner Moschee-Verein zeigen sollen.

Nach Informationen des Tagesspiegels gehen die Ermittler davon aus, dass sich Amri noch in Berlin versteckt hält. Ein Zeuge habe ihn nach dem Anschlag mit Verletzungen im Gesicht fliehen sehen, die versorgt werden müssten. Nach rbb-Informationen soll Amri zudem auf der Flucht nicht nur seine Geldbörse mit diversen Dokumenten im Lkw-Führerhaus liegen gelassen, sondern auch sein Handy verloren haben. Die Berliner Polizei wollte den Bericht nicht kommentieren und verwies auf die Bundesanwaltschaft, von der zunächst keine Stellungnahme zu bekommen war.

Haftbefehl erlassen

Die Ermittler haben kaum noch Zweifel, dass Amri für den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt mit zwölf Toten und mehr als 50 Verletzten verantwortlich ist. Nach dem 24-Jährigen wird nun mit Haftbefehl gesucht. Amris Fingerabdrücke wurden am Fahrerhaus des Lastwagens sichergestellt, der am Montagabend in den Weihnachtsmarkt gerast war. Das sagte der deutsche Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Es gebe auch weitere Hinweise, “dass dieser Tatverdächtige mit hoher Wahrscheinlichkeit wirklich der Täter ist”.

Dem rbb zufolge wurde Amri am 14. und 15. Dezember vor dem als Salafistentreffpunkt bekannten Moscheeverein in Berlin-Moabit von Sicherheitskräften gefilmt. Weitere Observationsbilder sollen ihn am frühen Dienstagmorgen an gleicher Stelle zeigen. Alle Aufnahmen wurden demnach jeweils zwischen 3 und 4 Uhr morgens angefertigt. Ort der Observation war die Vorderseite des Gebäudes des Moschee-Vereins “Fussilet 33”. Dieser war am Donnerstag nach dpa-Informationen von einem Spezialeinsatzkommando der Polizei gestürmt worden. Der Moschee-Verein wird im jüngsten Bericht des Berliner Verfassungsschutzes als Treffpunkt von Islamisten geführt. Beim Islamunterricht sollen dort Muslime – meist Türken und Kaukasier – für den bewaffneten Kampf der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien radikalisiert worden sein. Der Lkw-Stellplatz, von dem der Lastwagen vor dem Anschlag losfuhr, ist nur wenige Hundert Meter von dem Moschee-Verein entfernt.

Neben den Aufnahmen aus Moabit ist auch ein Video aufgetaucht, das den Moment des Anschlags aus der Perspektive eines Autofahrers zeigt. Das von der “Bild”-Zeitung veröffentlichte Video zeigt, wie der Lastwagen mit hohem Tempo in den Weihnachtsmarkt fährt. Kurze Zeit später ist zu sehen, wie Menschen vom Tatort weglaufen.