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2016 - Fußball


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Neben der Championsleague bestimmte das französische Fußballfest den Sommer – die Europameisterschaften. Und hier gab es einen Spieler, einen Sieger auf der ganzen Linie, auch wenn er nicht in jedem Spiel glänzte: Ronaldo. Als Europameister und Champions League Sieger wurde er für sein überragendes Jahr mit dem “Ballon d’Or” ausgezeichnet. Der 31 jährige Superstar von Real Madrid gewann die prestigeträchtige Wahl, sportlich könnte es für Ronaldo nicht besser laufen.

Nur die Enthüllungen über seine Steuertricksereien trüben die Stimmung des Portugiesen. Eine Erklärung blieb er schuldig, warum 150 Millionen Euro an Werbeeinnahmen über karibische Steuerparadiese liefen – im Ergebnis musste Ronaldo darauf kaum Steuern zahlen.

Der größte Coup dieser an Überraschungen nicht armen EM gelang am Ende den Portugiesen: die waren als Gruppendritter eher glücklich als gekonnt durchs Turnier gestolpert. Doch im Finale gegen den favorisierten Gastgeber Frankreich reichte Portugal ein Traumtor um Europameister zu werden. Übrigens ohne seinen Superstar: Ronaldo hatte nach 25 Minuten verletzt den Platz verlassen – auf einer Trage und unter Tränen.

Ein Spieler viel besonders auf bei der Euro 2016, und schnell hatte er seinen Spitznamen weg: Das kleine Teufelchen – Antoine Griezman. Der Hoffnungsträger der Französichen Mannschaft und Atletico Madrids Stürmerstar Griezmann wurde erst EM-Halbfinalist und dann in der Endrunde zum besten Spieler des Turniers gewählt. Neben Ronaldo und Messi steht jetzt ein dritter Name auf der Anwärterliste zum Weltfussballer des Jahres – das kleine Teufelchen: Antoine Griezmann.

Während sich viele der Favoriten erstaunlich schwer taten, gab es doch einige Überraschungen, gerade bei den Turnier-Debütanten. Wales war ein gutes Beispiel, wie man die Herzen und Köpfe der Fußball-Fans gewinnen kann. Im Zeichen des Drachen traten die Waliser bei ihrer ersten Europameisterschaft an und hatten mit Gareth Bale den Schlüssel zum Erfolg, um bis ins Halbfinale zu kommen. Auf ihrem Weg lieferten sie Bemerkenswerte Siege, bevor sie im Viertelfinale mit Portugal ihren letzten Gegner fanden.

Island, eine der grossen Überraschungen des Turniers. Ihr Viking Clap, der Schlachtruf der Isländer erschreckte zuerst die Engländer, Island warf als kleinster Teilnehmer das Mutterland des Fussballspiels aus dem Turnier. Die krassen Außenseiter spielten sich in die Herzen der Europäer, erst Gastgeber Frankreich beendete das isländische Sommermärchen im Viertelfinale. Gefühlt war halb Island in Frankreich, tatsächlich waren es immerhin 10 Prozent der gesamten isländischen Bevölkerung. Wales und Island – das waren die beiden Fußballzwerge, die in diesem Sommer großes vollbrachten.

Hoch gehandelt als Favorit, auch dieses Jahr den Pokal mit nach Hause zu nehmen war Spanien. Der Titelverteidiger und zweimalige Europameister war gesetzt, aber der Lauf der Spanier endete dieses Mal schon im Viertelfinale. Die Euro 2016 markierte aber nur das Ende eines Abstiegs, der schon mit der Demütigung bei der WM in Brasilien begann. In Frankreich wurde es nicht besser, der Tiefpunkt war die Niederlage gegen Italien in der ersten KO Runde. Zum ersten Mal seit Acht Jahren hat Spanien keinen Titel mehr zu verteidigen.

Nach 30 Tagen und 51 Spielen in zehn Stadien war das grosse französische Fussballfest vorüber. Der Terror von Paris saß der Grande Nation im Nacken, die Sorge vor weiteren Anschlägen war dauernd spürbar. Bomben gab es keine, Gewalt aber schon: in Marseille machten russische Hardcorefans Jagd auf Engländer, fünfzig russische Fans wurden schließlich des Landes verwiesen, der russische Verband mit 150.000 € Strafe belegt. Derweil prügelten sich deutsche Hooligans unter der Reichskriegsflagge durch Lille.

Das neue Gesicht der FIFA: Gianni Infantino. Im Februar wird er zum Thronerben gewählt. Er folgt auf Sepp Blatter, und viele wissen nicht ob sie Hoffnung in ihn setzen können, denn er ist Teil des Systems, das zu reformieren er jetzt antritt. Er muss aufräumen in einer Organisation, die wie ihr Ansehen und Vertrauen verloren hat dank ihrer vielen Korruptionsskandale.

Eigentlich wollte er der Erbe des Imperiums werden – Michel Platini. Er wollte nicht mehr nur Präsident der Europäer, sondern des Weltfussballs sein. Jetzt ist er weder das eine noch das andere, er bleibt gesperrt für vier Jahre und seine Karriere scheint beendet. Zu eng war er an Sepp Blatter gebunden, zu dünn waren die Erklärungen über nachträgliche Millionenzahlungen, die Blatter ihm genehmigte.

Nach der offiziellen Siegesfeier der Euro wurde auf der Videoleinwand des Stadions “Danke Dir, Michel!” eingeblendet, die Reaktion im Stade de France: ein gellendes Pfeifkonzert. Der scheidende UEFA Präsident bei seiner letzten Rede: “Sie müssen nur wissen, dass ich ein ruhiges Gewissen habe und überzeugt bin, keinen einzigen Fehler gemacht zu haben”

“Wir sind die Wächter des schönen Spiels. Diese Verantwortung ist mein Kompass”. Das sagte der neue, Aleksander Ceferin. Der 48-Jährige Slowene krönte damit seine Blitzkarriere zu einer der einflussreichsten Figuren im internationalen Fußball-Geschäft. Vom neuen UEFA Chef erwartet die Fußballwelt mehr Transparenz – und einen moralischen Neuanfang.

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