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Rückblick 2016: Historischer Obama-Besuch in Kuba

Kuba ist ein wichtiger Schauplatz im Jahr 2016. Im März erfolgt die historische Annäherung zwischen den Präsidenten Barack Obama und Raúl Castro. Rund ein halbes Jahr später im November stirbt Fi

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Rückblick 2016: Historischer Obama-Besuch in Kuba

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Ein historischer Besuch, noch wenige Monate zuvor wäre er undenkbar gewesen. Am 20. März landete US-Präsident Barack Obama auf dem Flughafen von Havanna in Kuba.

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"Die Blockade ist das größte Hindernis für unsere wirtschaftliche Entwicklung und das Wohlergehen des kubanischen Volkes."

Raúl Castro Kubanischer Präsident
Kaum angekommen, erhielt er einen diplomatischen Denkzettel: Der kubanische Präsident Raúl Castro erschien nicht an der Landebahn, um Obama in Empfang zu nehmen.
Es war der erste Besuch eines amtierenden US-Präsidenten auf Kuba nach Calvin Coolidge im Jahr 1928, der mit einem Kriegsschiff im Hafen einlief.

Barack Obama stand unter Zeitdruck: Seine zweite Amtszeit sollte in wenigen Monaten enden. Vor erst anderthalb Jahren hatte er eine Annäherung an das kommunistische Land angekündigt, nach 50 Jahren Drohgebährden und diplomatischer Eiszeit.

Bei einer historischen Pressekonferenz stellte der US-Präsident sein diplomatisches Geschick unter Beweis:
“Bei all unseren Besuchen mache ich klar, dass die USA für mehr Demokratie werben. Das betrifft auch das kubanische Volk und sein Recht, über die eigene Zukunft zu bestimmen. Wir werben für die universellen Menschenrechte wie Meinungs-, Versammlungs und Religionsfreiheit.”

Castro wiederum forderte, das Embargo gegen sein Land aufzuheben, damit sich die bilateralen Beziehungen normalisieren können. Er sagte,
“Die Blockade ist das größte Hindernis für unsere wirtschaftliche Entwicklung und das Wohlergehen des kubanischen Volkes.”

Doch Obama konnte ihm keine konkrete Zusage machen:
“Das Embargo wird beendet. Den Zeitpunkt kann ich nicht mit völliger Sicherheit nennen. Aber ich glaube fest, dass es endet und dass der Weg, den wir einschlagen, auch nach meiner Amtszeit fortgesetzt wird.”

Obama hat seine Möglichkeiten ausgeschöpft, um die Einschränkungen zu lockern. Obschon diese seit 54 Jahren in Kraft sind, gelang es den USA nicht, die Castro-Brüder zu stürzen. Doch wegen Donald Trump könnte die vorsichtige Annäherung beider Mächte bald schon ein abruptes Ende finden. Das kündigte er jedenfalls an:
“Alle Zugeständnisse, die Barack Obama dem kubanischen Regime machte, wurden mittels Präsidentenverfügung durchgesetzt. Das bedeutet, der nächste Präsident kann sie rückgängig machen. Genau das werde ich tun, sollte das Castro-Regime nicht unseren Forderungen nachkommen.”

Der Tod von “El Comandante”

Am 25. November 2016 verstarb Fidel Castro um 22.29 Uhr. Raúls Ankünigung im Fernsehen sorgte für Trauer und Tränen, aber auch für Jubel. Am gleichen Abend feierte die kubanische Gemeinde in Miami.

Für einige kam der Tod Fidels zu spät.
Händler Juan Carlos Lepe bedauerte,
“Mein Vater starb vor drei Monaten. Er hatte immer auf diesen Moment gewartet. Wir sind 1972 in die USA gegangen. Er konnte niemals heimkehren. Er wartete auf Fidels Tod, um nach Kuba fahren zu dürfen, wo er herkam.”

Auf dem Platz der Revolution, auf dem Fidel Castro lange Reden gehalten hatten, bildeten sich lange Schlangen vor dem Denkmal von José Martí. Neyla Carpio habe ihm viel zu verdanken, erklärte sie:
“Meine Eltern waren sehr arm. Alles, was wir heute besitzen, verdanken wir Fidel.”
Die Leiche des früheren Präsidenten wurde seinem Wunsch gemäß eingeäschert. Den Kubanern bleibt nur ein Foto, um ihm die letzte Ehre zu erweisen.

Obwohl er von 2006 an durch seinen Bruder ersetzt wurde, hinterließ Fidel eine große Lücke in dem Land, das er 27 Jahre lang regiert hatte. Maritza Seguil konnte sich keine Zukunft ohne ihn vorstellen.
“Ein Kuba ohne Fidel, das ist nicht möglich. Diese Botschaft richtet sich an alle, die meinen, sein Tod würde unser Land verändern.”

Drei Tage ging die Asche des Comandante auf Reisen, zu allen Stationen der kubanischen Revolution: von Havanna bis nach Santiago de Cuba, wo die Revolution ausgebrochen war. Bei einer Privatzeremonie fand Fidel schließlich gleich neben dem Vater der kubanischen Unabhängigkeit José Martí seine letzte Ruhestätte.