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Regierungsumbildung: Argentiniens Finanzminister geht

Der Umbau ist eine weitere Episode der seit Jahren andauernden Wirtschaftskrise. Allein zwischen Januar und September verloren in Argentinien 130.000 Menschen ihren Arbeitsplatz.

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Regierungsumbildung: Argentiniens Finanzminister geht

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Der konservative Präsident Argentiniens, Mauricio Macri, hat sein Kabinett umgebildet. Das Ministerium der Finanzen soll geteilt werden in ein Finanz- und ein Haushaltsressort. Der zuständige Minister Alfonso Prat-Gay war zuvor zurückgetreten.

Die Umbildung ist eine weitere Episode der seit Jahren andauernden Wirtschaftskrise. Die Gewerkschafterin Vilma Ripoll war unter den Demonstranten, die ihrem Ärger Mitte Dezember erneut Luft gemacht hatten: “Wir fordern dasselbe wie schon im Jahr 2001. Wir wollen ein Ende dieser Misere, des Hungers und der Entlassungen. Diese Regierung hat nie auch nur ein Wahlversprechen gehalten. Die Armut hat sich eher noch verschlimmert.”

Die Demonstrationen, wie auch die im August, richteten sich unter anderem gegen die hohen Lebenshaltungskosten, vor allem aber gegen Prat-Gay. Er hatte die Wirtschaft im laufenden Jahr nicht aus der Rezession und der hohen Inflation führen können. Der Staatspräsident soll ihn um den Rücktritt gebeten haben.

Allein zwischen Januar und September verloren in Argentinien 130.000 Menschen ihren Arbeitsplatz. Prat-Gay hatte eine entscheidende Rolle in der Lösung des Streits um ausstehende Auslandsschulden seines Landes gespielt. Argentinien hatte sich unter der ehemaligen Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner über Jahre beharrlich geweigert, US-Hedgefonds auszuzahlen. Prat-Gay galt als Verfechter einer graduellen Wirtschaftsreform nach der stark staatlich regulierten Politik der Kirchner-Ära.