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Türkei: "Kein Tee für Erdogan" - Kantinen-Chef der Zeitung "Cumhuriyet" festgenommen


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Türkei: "Kein Tee für Erdogan" - Kantinen-Chef der Zeitung "Cumhuriyet" festgenommen

Türkische Behörden haben den Kantinen-Chef der regierungskritischen Zeitung “Cumhuriyet” unter dem Vorwurf der Präsidentenbeleidigung festgenommen. Wie die Zeitung berichtet, wurde Senoal Buran angezeigt, weil er gesagt haben soll, dass er Präsident Erdogan keinen Tee servieren würde, falls dieser in die Redaktion käme. Ein Gericht habe Untersuchungshaft angeordnet.

Ein Jurist der Zeitung hält das für eine Schikane: “Das Ganze passierte am Samstagnachmittag. Der offizielle Bericht wurde aber schon um 11 Uhr vormittags geschrieben. Mit der Veröffentlichung haben sie dann bis 20 Uhr am Abend gewartet. Bei der Festnahme waren drei gepanzerte Fahrzeuge und acht bis zehn Beamte einer Anti-Terror-Einheit im Einsatz.”

Auf Präsidentenbeleidigung stehen in der Türkei bis zu vier Jahre Haft. “Cumhuriyet” ist eine der Erdogan-kritischsten Zeitungen in der Türkei. Mehrere Journalisten des Blattes wurden in den vergangenen Wochen festgenommen, die meisten von ihnen wegen “terroristischer Aktivitäten”.

Seit dem gescheiterten Putsch im Juli wurden in der Türkei insgesamt mehr als 110.000 Richter, Lehrer, Polizisten und Beamte suspendiert oder entlassen und 40.000 Menschen festgenommen. Mehr als 130 Medien wurden geschlossen.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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