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"In der eigenen Scheiße ersticken" - Modedesigner in der Türkei wegen Tweet verprügelt

Der türkische Modedesigner Barbaros Şansal ist am Atatürk Flughafen in Ankara von einer wütenden Menge angegriffen worden.

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"In der eigenen Scheiße ersticken" - Modedesigner in der Türkei wegen Tweet verprügelt

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Der türkische Modedesigner Barbaros Şansal ist am Atatürk Flughafen in Ankara von einer wütenden Menge angegriffen worden. Zuvor war er aus Nordzypern ausgewiesen worden, weil er in einem Tweet die – international nicht anerkannte – Zugehörigkeit Nordzyperns zur Türkei lachend in Frage gestellt hatte.

Ein Video der wütenden Menge, die den mehr als kritischen Modeschöpfer erwartet und dann attackiert – als er aus dem Flugzeug kommt -, wurde vom Bürgermeister von Ankara, İbrahim Melih Gökçe, veröffentlicht.

In einem auf Twitter geposteten Video hatte Sansal kurz vor Neujahr von Nordzypern aus die Türkei kritisiert. Er beklagte die Festnahmen von Journalisten und die Korruption innerhalb der Regierungspartei AKP.
Der Modedesigner kündigte auch an, dass er nicht feiern, sondern sich nur betrinken werde. Sansal schrieb, er wolle allen Alkohol austrinken und niemandem etwas übrig lassen. Und er wünschte der Türkei, sie möge “in der eigenen Scheiße ersticken”.

Den Tweet hat Barbaros Şansal inzischen gelöscht. Schon im Flugzeug auf dem Rückflug vom Flughafen in Nord-Nikosia nach Ankara hatte es Streit mit anderen Passagieren gegeben.

Auch zyprische Medien wie incyprus berichten über den Vorfall.

In der Türkei wird in den sozialen Medien diskutiert, ob der Modedesigner die Prügel verdient hat.