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Aus für den Sechs-Stunden-Tag in schwedischem Altenheim


Schweden

Aus für den Sechs-Stunden-Tag in schwedischem Altenheim

Täglich sechs statt acht Stunden arbeiten – und das bei gleichem Gehalt. Zwei Jahre lang dauerte das Projekt in einem schwedischen Altenheim in Göteborg, das nun beendet wird.
Zum Leid der Altenpfleger, die überzeugt sind von den Vorteilen der verkürzten Arbeitszeit: Es gab weniger Krankheitsausfälle und die Pflege verbesserte sich.

Auch die Direktorin Monica Axhede zog im Sommer eine positive Bilanz in euronews, denn “die Stimmung ist besser. Hier sind viele Leute, die an Alzheimer erkrankt sind. Früher, als mehr Stress herrschte, sorgte das bei ihnen für Spannungen. Jetzt haben wir mehr Menschen einstellen können, es wurden Arbeitsplätze geschaffen. Weniger Mitarbeiter lassen sich krank schreiben.”

Doch damit ist jetzt Schluss. Denn damit die Altenpfleger nur noch sechs statt acht Stunden bei gleichem Gehalt arbeiten, mussten 17 Menschen eingestellt werden. Das kostete 1,26 Mio Euro.
Zuviel Geld, lautet die Begründung im Rathaus von Göteborg. Die stellvertretende Bürgermeisterin Maria Ryden rechnete der euronews-Reporterin vor:
“Wir haben 53.000 Mitarbeiter im Rathaus. Wenn alle Angestellten sechs Stunden arbeiten und für acht Stunden bezahlt werden, dann liegen die finanziellen Folgen auf der Hand. Wir brauchen MEHR Menschen, die arbeiten, und wir müssen auch LÄNGER arbeiten.”

Dass ein Sechs-Stunden-Tag auf lange Sicht trotzdem rentabler ist, meint der stellvertretende Bürgermeister Daniel Bernmar von der Linkspartei, auf deren Betreiben das Projekt vor zwei Jahren ins Leben gerufen wurde. Seitdem haben die Mehrheitsverhältnisse im Rathaus sich zu Gunsten der Konservativen geändert.

Bernmar begründet, “wenn man die Wirtschaft als Ganzes betrachtet, werden mehr Arbeitsplätze geschaffen. Weniger Menschen werden krank, die Altenpflege verbessert sich. Es ist ein logischer Schritt, wenn man das Arbeitsumfeld verbessern und einen nachhaltigeren Arbeitsmarkt schaffen will, bei dem Menschen länger und lieber arbeiten, als sie es heute tun.”

Überzeugt von den Vorteilen der kürzeren Arbeitszeit sind auch die Universitätsklinik und ein Toyota-Autohändler in Göteborg: Die Menschen würden seltener krank, lautet die Begründung.
Die zweitgrößte Stadt verzeichnet eine der höchsten Raten von Burnouts und Arbeitsausfällen in Schweden.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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