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Israel: Soldat Asaria für Kopfschuss schuldig gesprochen


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Israel: Soldat Asaria für Kopfschuss schuldig gesprochen

Ein israelischer Soldat exekutierte einen verletzten palästinensischen Attentäter, jetzt wurde er wegen Totschlags verurteilt. Der Fall wühlt das ganze Land auf.

Ein Militärgericht in Tel Aviv hat den israelischen Soldaten Elor Asaria wegen Totschlags verurteilt. Er hatte im März 2016 einen wehrlosen, verletzten palästinensischen Attentäter mit einem Kopfschuss getötet.

Die Vorsitzende Richterin erklärte, Asaria habe aus Rache für einen verletzten Kameraden gehandelt. Das Strafmaß wird im Laufe des kommenden Monats verkündet. Dem Soldaten drohen bis zu 20 Jahre Haft.

Sein Anwalt Ilan Katz erklärte: Es ist ein hartes Urteil, das alle Argumente der Verteidigung zurückgewiesen hat. Wir haben von Anfang an gesagt, dass das Militärgericht der Staatsanwaltschaft zugeneigt ist und wir hatten Beweise dafür.

Die israelische Armee hat in dem Fall klargemacht, dass sich auch Soldaten an die Regeln halten müssen. Der Staatsanwalt und Oberstleutnant Nadav Weissman sagte: Es ist kein guter Tag für uns. Uns wäre es lieber, wenn dies nicht geschehen wäre, denn dann stünde Asaria nicht vor Gericht. Aber die Tat wurde begangen und es ist ein schweres Verbrechen. Es war nötig Anklage zu erheben und Asaria wurde gemäß des Gesetzes verurteilt.

Ein Palästinenser hatte die Tat des damals 19-jährigen Asaria von einem Hausdach gefilmt. Die Menschenrechtsorganisation Betselem veröffentlichte das Video. Es gilt als fraglich, ob es ohne diese Aufnahmen einen Prozess gegeben hätte.

Der Vater des getöteten Palästinensers begrüßte das Urteil. Es sei gerecht.