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Tonerlose Drucktechnik: Papier kontrolliert ankokeln


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Tonerlose Drucktechnik: Papier kontrolliert ankokeln

Laser, die Papier sanft verbrennen – das könnte das Drucken revolutionieren. Ehemalige Studenten der TU Delft aus den Niederlanden haben eine tonerlose Drucktechnik entwickelt. Die Idee ist simpel: Papier wird an den zu schwärzenden Stellen karbonisiert. So wie man mit einem Brennglas und Sonnenstrahlen ein Blatt Papier verkohlen kann. Mit der Entwicklung eines Infrarot-Laserstrahls können die Erfinder mit den Standards der etablierten Druckmethoden konkurrieren:

“Die Energie kommt von dem Laser, damit verändert sich die Farbe des Papiers. Normalerweise würde man Probleme dabei haben, die Farbe wäre braun, und der Druck wäre nicht dauerhaft, man könnte ihn verreiben. Dank der vergangenen Entwicklungsjahre konnten wir sicherstellen, dass die Qualiät, die Farbe der Tinte, des Drucks, den sie mit dem Inkless-Druck erreichen, exakt derselben Schwärze eines normalen Druckers entspricht”, erklärt Erfinder Venkatesh Chandrasekar.

Für ein befriedigendes Ergebnis der Karbonisierung ist eine genaue Kontrolle des Vorgangs nötig:

“Um die Verbrennung des Papiers zu steuern, benötigen wir eine sehr gleichmäßige Intensität des Laserstahls und nur in dem Bereich, den wir ansteuern”, erklärt Aurèle Adam, Assistenzprofessor an der TU Delft.

Die Intensität der schwarzen Druckpunkte kann durch die Veränderung der Pulsdauer des Lasers gesteuert werden.

“Der Laser sendet Impulse. Diese können zeitlich verändert werden und wir können entweder belichten oder nicht, das System abkühlen lassen, bevor man auf Flamme schaltet. Wenn man das nach der Methode ‘Versuch und Irrtum’ ausprobiert, erhält man verschiedene Arten von Schwarz und letztlich die Farbe, die man haben will”, so Adam.

Das Unternehmen Tocano arbeitet an der Vermarktung seiner tintenlosen Drucktechnik:

“Unsere Entwicklung hat einige Vorteile: Man braucht keine Druckerpatronen mehr, das reduziert die Kosten für den kompletten Herstellungsverlauf. Außerdem ist das Verfahren umweltfreundlicher und die Funktionalität des Druckers ist besser, denn man kann unbegrenzt drucken”, so Arnaud van der Veen, kaufmännischer Direktor von Tocano.

Laut Herstellerangaben ist das Verfahren in einigen Jahren marktreif.

“Wir konzentrieren uns zunächst auf die Industrie, beispielsweise auf das Bedrucken von Kisten oder das Drucken von Büchern mit großen industriellen Druckern. Von diesem Punkt aus wenden wir uns dann Haushalts- und Büroanwendungen zu. Grundsätzlich können wir unsere Technologie genau auf den gewünschten Bedarf im Alltag einstellen”, erklärt der Erfinder.

Der Markt ist gigantisch, jedes Jahr werden weltweit schwarzer Toner und Tinte für über zehn Milliarden Euro gekauft. Weniger als 30 Prozent der Druckerpatronen werden recycelt.

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