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China: Mit hunderten Milliarden gegen die "Airpocalypse"

“Das ist Peking, spottete einer auf Chinas “Twitter” Weibo: “Mach’ einen Bachelor-Abschluss und du kriegst Lungenkrebs gleich gratis dazu.

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China: Mit hunderten Milliarden gegen die "Airpocalypse"

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“Das ist Peking, spottete einer auf Chinas “Twitter” Weibo: “Mach’ einen Bachelor-Abschluss und du kriegst Lungenkrebs gleich gratis dazu.” Seit mehr als einem Monat hängt etwa über der chinesischen Hauptstadt fast ununterbrochen eine verheerende Glocke aus giftiger Luft.

Seit einer Smog-Welle im Winter vor drei Jahren (“Airpocalypse”) wird umgedacht: Bis 2020 sollen 341 Milliarden Euro in erneuerbare Energien investiert werden, so die Energiebehörde, mehr als 13 Millionen Jobs sollen in dem Sektor entstehen.

Li Yangzhe, stellvertretender Leiter der chinesischen Energieagentur:

“Bis 2020 wird das jährliche Volumen der verfügbaren erneuerbaren Energien das Äquivalent von 580 Millionen Tonnen Kohle erreichen. Die Kernenergie mitgerechnet, sollen die nicht fossilen Brennstoffe 15 Prozent des gesamten Energieverbrauchs ausmachen.”

Im vergangenen Monat hatten die Wirtschaftsplaner der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) in einem eigenen Fünfjahresplan festgelegt, dass für Solarenergie 1 Billionen Yuan (137,2 Milliarden Euro) ausgeben werden, da das Land die Kapazität um das Fünffache erhöhen möchte. Das entspricht etwa 1.000 großen Solarkraftwerken, so Schätzungen von Experten.

Die Kosten für den Bau großer Solar-Anlagen sind seit 2010 um 40 Prozent zurückgegangen. China wurde im vergangenen Jahr weltweit führend bei Solarstrom.

Aber: Zwei Drittel seines Energiebedarfs deckt China noch immer mit Kohle. Vor allem im Winter, wenn viel geheizt wird, führt das zu extremem Smog. Mitte Dezember war in Peking das Achtzehnfache des Feinstaub (PM2,5)-Grenzwertes der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemessen worden mehr als 450 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Fortschritte bis Mitte 2016 seien zum Erliegen gekommen, kritisierte daraufhin Greenpeace. Staatliche Konjunktur-Programme hätten einen Bau-Boom ausgelöst, weshalb die Stahl- und Kohlenproduktion wieder auf Hochtouren laufe.

su mit Reuters