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Afrika: Mode gegen die Krise


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Afrika: Mode gegen die Krise

Trotz Wirtschaftskrise kreativ, so lässt sich das Jahr 2016 aus Sicht afrikanischer Modemacher zusammenfassen. Die Textilindustrien in Südafrika, Nigeria oder Angola haben gelitten und hoffen wenn nicht auf ein Wunder, dann zumindest auf staatliche Unterstützung.

“Es ist an der Zeit, dass die Regierung etwas unternimmt, um die Industrie anzukurbeln”, erklärt Designerin Gloria Silva aus Angola. “Noch vor ein paar Jahren hatten wir eine nationale Modeindustrie, jetzt ist sie tot. Wir müssen aufwachen. Jetzt ist es wichtig, dass die Ministerien für Kultur, Industrie, Jugend und Sport in die junge Generation investieren, neue Talente fördern und mit uns zusammenarbeiten, wir können unsere Ideen beisteuern.”

Die südafrikanische Währung, der Rand, hat auch 2016 stark eingebüßt. Designer wie Mzukisi Mbane sehen in der schwachen Währung die Chance, um vermehrt in den Export zu investieren und neue Absatzmärkte auf dem afrikanischen Kontinent zu erschließen.

Mzukisi Mbane: “Ich bin zuerst nach Ghana gegangen, dann nach Nigeria. Als Nächstes habe ich Kenia im Visier. Die Marke muss sich zuerst In Afrika als hauseigenes Label etablieren, bevor ich auf die andere Seite gehe.”

Ein Beispiel für lokale Initiativen in das Ujirani Mwema Projekt (UMAC) in Kenia, das sich auf die Herstellung traditioneller Maasai Stoffe spezialisiert hat. Die bunten Karomuster sind in jüngster Zeit vermehrt auch auf internationalen Laufstegen zu sehen, beispielsweise bei Louis Vuitton.

Mit der kostengünstigen einheimischen Produktion versucht das Projekt auch, sich Importen aus China entgegen zu stellen.

Gertrude Nalianya, UMAC: “Wir versuchen, die Leute davon abzubringen, importierte Textilien zu kaufen. Wir haben entdeckt, dass wir unsere eigenen Stoffe herstellen und sie auf dem lokalen und dem internationalen Markt verkaufen können. Denn wir haben die Erlaubnis der nationalen und regionalen Behörden.”

Angesichts von Währungs- und Wirtschaftskrise sehen Modemacher in der einheimischen Textilbranche einen vielversprechenden Markt, der neue Einnahmen und Arbeitsplätze verspricht. Bleibt nur zu hoffen, dass 2017 ein besseres Jahr wird.

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