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Türkei: Urlauberzahlen weiter rückläufig


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Türkei: Urlauberzahlen weiter rückläufig

Der Anschlag auf einen Istanbuler Nachtclub mit 39 überwiegend ausländischen Todesopfern in der Neujahrsnacht bedeutet einen weiteren schweren Rückschlag für die Tourismus-Industrie der Türkei.Sie gilt neben der Bauwirtschaft als einer der wichtigsten ökonomischen Stützpfeiler des Landes. Gegenüber 2015 waren die Zahlen ausländischer Besucher im vergangenen Jahr bereits vor dem Istanbuler Attentat um rund ein Drittel zurückgegangen. Reiseveranstalterin Yasemin Pirinccioglu sagte in Istanbul: “Es ist der einfachste Weg, die Wirtschaft zu schwächen, weil es sich um keinen Krieg handelt, wie man ihn kennt. Dies hier ist eine andere Kriegsform, die sich in Städten abspielt. Davon wird der Tourismus besonders beeinträchtigt.”

Hoteliers in Istanbul und an der türkischen Riviera versuchen jetzt mit zum Teil drastischen Preissenkungen, verunsicherte Urlauber ins Land zu locken. Zum ersten Mal seit 16 Jahren hat Istanbul in 2016 einen Besucherschwund verzeichnet. Die ukrainische Urlauberin Natalia Dubaltseva übte sich in Gleichmut: “Wir reisen weiter an Orte wie diesen. Es gibt nun mal Unruhen in der Welt, das ist eine Tatsache. Das gilt auch für unsere Stadt Dnipropetrowsk. Wir sind nah dran an der Frontlinie, aber es ist ruhig dort. So ist das Leben. Wir sind trotz allem hierher gereist.”

Am 12. Januar 2016 waren in Istanbul bei einem Attentat zwölf deutsche Urlauber getötet worden. Der anschließende Buchungsrückgang deutscher Touristen wurde durch den Putschversuch am 15. Juli und den nach wie vor geltenden Ausnahmezustand verstärkt. Doch schon jetzt zeichnet sich laut Medienberichten ab, dass auch die bevorstehende Sommersaison von Hotel-Leerständen geprägt sein wird.

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