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Berlin-Anschlag: Hinterbliebene und Seelsorger bedauern mangelndes Gedenken

Wird von Seiten der Politik zu wenig an die Anschlagsopfer von Berlin erinnert? Angehörige und Seelsorger sehen das so.

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Berlin-Anschlag: Hinterbliebene und Seelsorger bedauern mangelndes Gedenken

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Angehörige der Berliner Anschlagsopfer fühlen sich offenbar von der Politik alleingelassen. Das berichtet der Tagesspiegel. “Ich finde die mangelnde Beachtung von seiten des Staates traurig und unwürdig”, zitiert das Blatt eine Frau, deren Lebensgefährte seit dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am 19. Dezember in Lebensgefahr schwebt. Ein Staatsakt wäre angemessen, so die Frau. “Politiker erklären ständig, dass man jetzt schnell zur Normalität übergehen sollte. Aber für uns wird es eine solche Normalität nie wieder geben.”

Auch Seelsorger kommen im “Tagesspiegel” zu Wort. Sie sprechen von einem Bedürfnis der Opfer und Angehörigen nach einer würdevollen Berichterstattung. Der Pfarrer Justus Münster, Koordinator der Berliner Notfallseelsorge, sagte, mediale Aufmerksamkeit sei wichtig für die Opfer, das könne in Würde geschehen. Eine politische Gedenkkultur für den Anschlag fehle, so Münster. In anderen Länder werde der Opfer deutlich stärker und öffentlicher gedacht, so der Tenor.

Die Berliner Senatskanzlei sagte, es gebe keine Pläne für eine Gedenkveranstaltung. Wegen der Dimension des Anschlages sei eher der Bund am Zug.

Bei dem Lkw-Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche waren zwölf Menschen getötet und mehr als 50 verletzt worden. Als Attentäter gilt der Tunesier Anis Amri, der kurz nach dem Anschlag in Italien erschossen wurde.

Hier gelangen Sie zum Bericht des Tagesspiegel