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"Freier Kleiderbügel" - Überlebenshilfe in Ungarn

Mit der ursprünglich von einem jungen Budapester Künstler initiierten Aktion werden Kleidersammlungen für Obdachlose in Ungarn organisiert.

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"Freier Kleiderbügel" - Überlebenshilfe in Ungarn

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In Ungarn sind die Temperaturen auf extreme Tiefwerte gefallen. Am Sonntag wurden im Norden des Landes minus 28 Grad gemessen. Das ist die niedrigste Temperatur seit über fünf Jahren.

Viele der mehreren Tausend Obdachlosen in der Hauptstadt Budapest versammeln sich in extra bereit gestellten Notunterkünften. Nicht wenige von ihnen leiden unter Erfrierungen von Gliedmaßen, die dort versorgt werden.

Freiwillige Helfer patrouillieren durch die Stadt, um Obdachlose anzusprechen und auf die insgesamt 33 Budapester Anlaufstellen aufmerksam zu machen. Nicht immer ist ihre Mission von Erfolg gekrönt. Viele Obdachlose lehnen nach Angaben der Freiwilligen jegliche Hilfe ab, weil sie etwa Gesellschaft scheuen.

Zoltan Aknai von der Shelter Foundation sagte:“Wir versuchen die Obdachlosen davon zu überzeugen, dass sie an geheizten Orten ihr Leben retten können, wenn sie unsere Hilfe annehmen. Unglücklicherweise können wir bei diesen extrem niedrigen Temperaturen nur wenige Menschen transportieren.”

Hilfsbereitschaft herrscht auch außerhalb der regulären Notunterkünfte. In Eigeninitiative haben Budapester Bürger Verteilaktionen für gebrauchte Kleidungsstücke auf die Beine gestellt. Das Open-Air-Projekt namens “Freier Kleiderbügel” geht auf die Idee eines Künstlers zurück. Innerhalb weniger Tage haben sich sogar über die Stadtgrenzen hinaus Nachahmer gefunden.

euronews-Korrespondentin Andrea Hajagos kommentierte in Budapest:“Eine kleine Idee hat sich zu einer landesweiten Aktion ausgeweitet. Jetzt gibt es in Ungarn bereits über 100 Orte wie diesen, an denen Tausende Jacken an Bedürftige verteilt werden. Die Hilfe ist bitter nötig, weil die frostigen Temperaturen noch tagelang anhalten werden.”