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Iran: Trauer um Rafsandschani


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Iran: Trauer um Rafsandschani

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Nach dem Tod des ehemaligen iranischen Präsidenten Akbar Haschemi Rafsandschani hat die offizielle Staatstrauer begonnen. Führende Politiker und Militärs sowie Bürgerinnen und Bürger kommen zur Trauer in die Imam-Chomeini-Moschee, wo der Leichnam Rafsandschanis aufgebahrt ist.

Außenminister Javad Zarif würdigte die Bedeutung des Verstorbenen für die Islamische Republik. Rafsandschani war ein Vertrauter von Revolutionsführer Chomeini. “Wir haben einen der größten Pfeiler der Revolution verloren”, so Zarif, “einen Freund von Imam Khomeini, einen Freund des Führers.”

Viele im Land sahen Rafsandschani als Vermittler zwischen Hardlinern und Moderaten, so auch eine Frau, die in die Moschee kam. “Alle Anhänger der Revolution, die Konservativen und die Moderaten, sind noch einmal in der Imam-Chomeini-Moschee zusammengekommen, um zu zeigen, dass Rafsandschani das Zentrum der Vereinigung dieses Landes war”, sagte sie.

Auch ein ehemaliger Kommandeur der Revolutionsgarde würdigte Rafsandschanis zentrale Rolle: “Nach der Revolution gab es kein Ereignis, bei dem Haschemi Rafsandschani nicht eine wichtige Rolle gespielt hätte. Er war bei jedem Problem, das nach der Revolution auftauchte, ein Ratgeber und ein Zufluchtspunkt.”

Rafsandschani galt als Mentor des heutigen Präsidenten Hassan Ruhani. Er selbst hatte das Amt von 1989 bis 1997 inne. Er öffnete das Land nach außen, aber in seiner Präsidentschaft gab es auch zahlreiche Menschenrechtsverletzungen. Zu Zeiten von Präsident Mahmud Ahmadinedschad ging er auf Distanz zum Klerus und wurde als Dissident gebrandmarkt. Zuletzt war er Vorsitzender des Schlichtungsrates.

Rafsandschani starb im Alter von 82 Jahren in einem Krankenhaus in Teheran an Herzversagen. euronews-Teheran-Korrespondent Javad Montazeri: “Das letzte Kapitel im Buch des Lebens von Akbar Hashemi Rafsandschani, ein Architekt der Islamischen Republik, wird hier im Beisein seiner Anhängerinnen und Anhänger beendet. Am Dienstag werden sie ihm vor der Universität von Teheran das letzte Geleit geben.”

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