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Zypern-Verhandlungen: über Hoffnungen und Hürden


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Zypern-Verhandlungen: über Hoffnungen und Hürden

In Genf wird an diesem Donnerstag die mögliche Wiedervereinigung Zyperns verhandelt. An der internationalen Konferenz nehmen Vertreter der sogenannten Garantiemächte Griechenland, Großbritannien und die Türkei teil. Die politischen Führungen der beiden Inselteile sitzen seit diesem Montag zusammen, um letzte Hürden aus dem Weg zu räumen.
Nun ist es an den zyprischen Regierungschefs Nikos Anastasiadis vom griechischen und Mustafa Akinci vom türkischen Landesteil, weitreichende Kompromisse zu machen.

Die Mittelmeerinsel ist seit 1974 geteilt, als türkische Soldaten in Zypern einmarschierten. Eine Reaktion auf einen Putschversuch, der von der griechischen Militärjunta angezettelt wurde. Das Chaos brach nur 14 Jahre nach der neu gewonnen Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Großbritannien aus.

Eben diese drei Garantiemächte – Großbritannien, Griechenland und die Türkei – haben das Recht einzuschreiten, sollte die Verfassung Zyperns verletzt werden. Keine leichte Ausgangsposition für die Verhandlungen eines Friedensabkommens.

Streitpunkt ist auch die Präsenz von bis zu 40.000 türkischen Soldaten, die im Nordteil der Insel stationiert sind. Der griechische Teil besteht auf ihren Abzug, doch das lehnt der türkische ab.

Für Auseinandersetzungen sorgt auch die zukünftige Aufteilung: Die wiedervereinte Insel soll zwar aus zwei Bundesländern mit Vetorecht bestehen. Allerdings handelt es sich dann bei Zypern im Gegensatz zu heute um einen souveränen Staat, der Mitglied der EU ist – somit auch der türkische Teil.

Derzeit hat Zypern rund 1 Million Einwohner. 20% von ihnen sind türkische und 80% griechische Zyprer.

Dieses Ungleichgewicht sorgt für zusätzliche Hürden. Laut Verfassung von 1960 soll der Präsident ein griechischer und sein Stellvertreter ein türkischer Zyprer sein. Doch nun bestehen Letztere darauf, den wichtigsten Posten im Land abwechselnd zu besetzen. Damit sind die griechischen Zyprer nicht einverstanden. Trotzdem war 2004 nie die Hoffnung so groß, die Insel wiederzuvereinen.

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