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Erasmus: 30 Jahre Auslandserfahrung


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Erasmus: 30 Jahre Auslandserfahrung

Erasmus feiert sein 30-jähriges Bestehen. 1987 wurde das Programm von der Europäischen Union ins Leben gerufen und gilt als eine der erfolgreichsten EU-Entscheidungen überhaupt. Es dient als Fördermaßnahme, die Auslandsaufenthalte von Studenten unterstützt. Auf diese Weise sollen dem akademischen Nachwuchs in EU-Ländern karrierefördernde Erfahrungen, wie die Auseinandersetzung mit Fremdsprachen und anderen Kulturen, ermöglicht werden. Mittlerweile wird das Programm Erasmus+ genannt – diese Maßnahme ist für die Zeit zwischen 2014 und 2020 ausgelegt. Darin werden laut EU “die bisherigen EU-Programme für lebenslanges Lernen, Jugend und Sport sowie die europäischen Kooperationsprogramme im Hochschulbereich zusammengefasst.”


Namensgeber

Der Name des Programms erinnert an Erasmus von Rotterdam, einen niederländischen Gelehrten, der im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert lebte und dessen Namen die Universität von Rotterdam seit 1973 trägt.

Zahlen

- Seit dem Erasmus-Start 1987 haben Millionen junger Leute an dem Programm teilgenommen. – In der Regel werden Studienaufenthalte oder Praktika im Ausland absolviert, die sich über einen Zeitraum von mindestens drei Monate erstrecken. Die Höchstdauer beträgt ein Jahr. – Erasmus+ gibt es seit 2014 und verfügt nach EU-Angaben über ein Budget von circa 14,8 Milliarden Euro. – Bis 2020 sollen dem EU-Plan nach mindestens vier Millionen Menschen teilnehmen, darunter Studierende, Berufsschüler und Lehrkräfte sowie Bildungseinrichtungen und Organisationen.

Nutzen

- Die Teilnehmer sollen Auslandserfahrung sammeln, wovon sie letztlich beruflich profitieren sollen. Dies soll unter anderem durch die Erweiterung des eigenen kulturellen und sprachlichen Horizonts sowie die persönliche Weiterentwicklung, die oft mit einem Auslandsaufenthalt einhergeht, erreicht werden. – Ein Auslandsaufenthalt kann das Verständnis von Menschen aus verschiedenen Ländern und aus unterschiedlichen Kulturkreisen fördern.

Ausdehnung

- 4.000 höhere Bildungseinrichtungen aus 33 verschiedenen Ländern nehmen am Erasmus-Programm teil. Darüber hinaus sind weitere “Partnerländer” dabei. – Frankreich, Deutschland und Spanien sind innerhalb des Programms die beliebtesten Länder für einen Aufenthalt.


Erasmus-Nachwuchs

Einer Erhebung zufolge lernt jeder vierte Erasmus-Teilnehmer während seines Auslandsaufenthalts seinen späteren Lebenspartner kennen. Die Schätzung der EU aus dem Jahr 2014 geht davon aus, dass aus den Erasmus-Liebschaften rund eine Million Kinder hervorgegangen sind.

Erasmus nach dem Brexit?

Seit 1987 haben rund 200.000 junge Briten am Erasmus-Programm teilgenommen. Jo Johnson, Großbritanniens Minister für Universitäts- und Wissenschaftsbelange und einst Erasmus-Student, schrieb in einem Beitrag für die Zeitung The Guardian im Juni: “Als Student in Belgien und Frankreich konnte ich meine Sprachkenntnisse auffrischen und das Leben im Ausland kennenlernen. Ich möchte, dass jeder diese Chance hat.” Auch Erasmus ist von der Entscheidung der Briten betroffen, die Europäische Union verlassen zu wollen. Ob Großbritannien nach einem Austritt weiterhin teilnimmt oder andere Regelungen getroffen werden, ist unklar.

Erasmus-Stimmen

Federica Mogherini, die Außenbeauftragte der Europäischen Union, nahm 1997 am Erasmus-Programm teil und weilte im französischen Aix-en-Provence. Sie habe während ihres Auslandsaufenthaltes erstmals ein Gefühl von Unabhängigkeit gespürt, erinnert sie sich.



Die französische Bildungsministerin Najat Belkacem spricht sich dafür aus, die für Erasmus zur Verfügung stehenden Gelder zu erhöhen.