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Beschimpfungen im Trump-Tower: Neuer Präsident betreibt Medienschelte


USA

Beschimpfungen im Trump-Tower: Neuer Präsident betreibt Medienschelte

Kontrastreicher könne ein Machtwechsel nicht sein. Nach einer emotionalen Abschiedsrede des scheidenden Präsidenten Barack Obama hielt ein betont selbstbewusster, zuweilen gereizter Donald Trump seine erste Pressekonferenz.

“Die Stimmung hier ist ausgezeichnet, so gut war sie noch nie, meinten ein paar Leute zu mir,” sagte Trump. “Wir schaffen neue Jobs. Ich habe doch gesagt, ich bin der größte Job-Macher, den Gott je erschaffen hat.”

Um Vorwürfen über Interessenskonflikte vorzubeugen, gibt der designierte Präsident die Führung seiner Unternehmen auf. Er sagte, “ich könnte gleichzeitig mein Unternehmen führen und ein Land regieren. Aber das sieht nicht gut aus. Ich könnte es trotzdem und wäre wohl der Einzige, der das schafft. Meine Firmen werden stattdessen in Zukunft von meinen beiden Söhnen Don und Eric geleitet.”

Während Obama in seiner Abschiedsrede vor Diskriminierung warnte, schlug Trump kämpferische Töne gegenüber Mexiko an: “Wir werden eine Mauer bauen. Ich will damit nicht noch ein oder anderthalb Jahre warten. Es wird jetzt losgehen. Auf die ein oder andere Weise wird Mexiko für den Bau bezahlen. Sie werden uns die Kosten für die Mauer zurückerstatten.”

Auch die künftigen US-Beziehungen zu Russland kamen bei der Pressekonferenz zur Sprache.
“Und wenn Putin Donald Trump mag, wisst ihr was? Dann ist das ein Vorteil, kein Nachteil,” meinte Trump. “Ich weiß noch nicht, ob Wladimir Putin und ich uns verstehen werden, das hoffe ich jedenfalls. Aber es könnte auch anders kommen. Und falls das passiert, glaubt ihr denn allen Ernstes, Hillary würde härter gegen Putin vorgehen als ich? Glaubt das etwa jemand hier im Saal? Ich bitte euch!”

Der designierte Präsident nahm auch zu den unbewiesenen Vorwürfen Stellung, wonach russische Geheimdienste versucht haben sollen, belastendes Material gegen ihn zu sammeln.
“Was für eine Blamage, wenn Informationen durchgesickert wären. Ich habe diese eingesehen und gelesen. Alles erfunden und erlogen. Das ist nicht passiert. Eine Gruppe Regierungsgegner hat sich zusammengesetzt, alles kranke Leute, und die haben sich den Mist ausgedacht.”

Am Ende einer Pressekonferenz dürfen Journalisten normalerweise Fragen stellen. Doch schon im Wahlkampf wurde klar, dass Trumps Verhältnis zu den Medien stark angespannt ist.

Den CNN-Journalisten Jim Acosta ließ der designierte Präsident nicht zu Wort kommen:
Trump griff ihn scharf an, Acosta wollte zurückfragen – Fehlanzeige.
«Ihr Sender ist entsetzlich», meinte er, der Reporter selbst sei «fake news» – eine Falschmeldung.
Und nein, er werde Acosta keine Frage gestatten. Als sich dann der BBC-Journalist Ian Pannell meldete, sagte Trump: “BBC News. Noch so ein Fall…”