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Erdoğan lehnt einseitigen Truppenabzug aus Zypern ab

Vor dem Hintergrund der Zypern-Verhandlungen hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan einen einseitigen Truppenabzug von der geteilten Mittelmeerinsel ausgeschlossen.

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Erdoğan lehnt einseitigen Truppenabzug aus Zypern ab

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Vor dem Hintergrund der Zypern-Verhandlungen hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan einen einseitigen Truppenabzug von der geteilten Mittelmeerinsel ausgeschlossen.

Die 35.000 türkischen Soldaten stellen einen der größten Streitpunkte bei den Verhandlungen über eine Wiedervereinigung Zyperns dar.

“Wir haben darüber bereits gesprochen. Das kommt nur infrage, wenn beide Seiten ihre Truppen vollständig abziehen”, meinte Erdoğan am Freitag.

Neben der Türkei hat auch Griechenland Soldaten auf Zypern stationiert. Die griechischen Truppen im Süden machen aber nur einen Bruchteil der türkischen im Norden aus. Der griechisch-zypriotische Teil verfügt außerdem über eine Nationalgarde.

Trotz der vertrackten Verhandlungen blieb der UN-Sondervermittler für Zypern, Espen Barth Eide, optimistisch. Eide verweist aber darauf, das jegliches Abkommen von der Bevölkerung gebilligt werden muss.

“Die endgültige Entscheidung fällt in einer Volksabstimmung, einer Volksabstimmung auf jeder der beiden Seiten am selben Tag. Und wir werden natürlich das Ergebnis abwarten müssen”, meint Eide.





Zypern ist seit einem griechischen Putsch und einer türkischen Invasion im Nordteil 1974 geteilt. Nun soll eine Föderation mit zwei gleichberechtigten Bundesstaaten entstehen. Die türkischen Zyprer sind in der Minderheit. Sie haben Angst, von der griechischen Bevölkerungsmehrheit gegängelt zu werden.

Ein großes Problem ist die Entschädigung der aus dem türkischen Nordteil vertriebenen griechischen Zypern und ihr Rückkehrrecht.

Seit der Invasion betreibt die Türkei eine gezielte Ansiedlung von Festlandstürken im Nordteil Zyperns.

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