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Fiat Chrysler: «Wer uns mit VW vergleicht, hat etwas Illegales geraucht»

Der Chef des italienisch-amerikanischen Autokonzerns Fiat Chrysler (FCA) will nach Vorwürfen der Abgasmanipulation auf keinen Fall, dass seine Firma mit Volkswagen in einen Topf geworfen…

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Fiat Chrysler: «Wer uns mit VW vergleicht, hat etwas Illegales geraucht»

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Der Chef des italienisch-amerikanischen Autokonzerns Fiat
Chrysler (FCA) will nach Vorwürfen der Abgasmanipulation auf keinen Fall, dass seine Firma mit Volkswagen in einen Topf geworfen wird. «Wer uns mit dem deutschen Unternehmen vergleicht, hat etwas Illegales geraucht», sagte Sergio Marchionne nach Medienberichten ( «La Repubblica»). «Wir haben keinerlei Betrug begangen.»

Die Geschäftsziele von FCA würden durch die Anschuldigungen nicht beeinflusst. Dennoch verstärkt auch die EU den Druck auf das Unternehmen und die italienischen Behörden, die seit langem prüfen sollen, ob bei den Abgaswerten geschummelt wurde.

Marchionne zeigte sich sehr verärgert über die Anschuldigungen. Er hoffe, dass der bevorstehende Regierungswechsel von US-Präsident Barack Obama zu Donald Trump keine Rolle bei dem Fall spiele.
«Offensichtlich gab es jemanden bei der EPA, der das Dossier
schließen musste, bevor die neue Regierung da ist», so Marchionne.
«Aber ich will hoffen, dass es keine politische Angelegenheit ist.»

Die US-Umweltbehörde EPA hatte Fiat Chrysler vorgeworfen, ähnlich wie VW bei Dieselfahrzeugen massiv gegen das Luftreinhaltegesetz verstoßen zu haben. Bei rund 100 000 Dieselwagen sollen die Emissionswerte von Stickoxiden gefälscht worden sein.

Michelle Krebs, US-Handelsplattform Autotrader, Detroit

“Die Situation ist nicht identisch mit der bei Volkswagen, oder ist es zumindest noch nicht. Die Lage erlaubt keine eindeutigen Schlüsse. Das sind laufende Ermittlungen. Im Fall von Volkswagen war das bewusstes Geschummel. Sie wussten, was sie da tun. Ob es hier um das Gleiche geht, ist überhaupt nicht klar.”

Auch Renault könnte ein Verfahren drohen: Die Pariser Staatsanwaltschaft prüft Insidern zufolge einen möglichen Abgasbetrug bei dem französischen Autohersteller.

Die Renault-Aktie geriet unter Druck: Sie verlor zeitweise vier Prozent und fiel auf das niedrigste Kursniveau seit rund einem Monat, ehe sie sich wieder etwas erholte.

Vor einem Jahr hatte eine Razzia bei Renault im Zusammenhang einer Überprüfung von Abgasmesswerten für Unruhe in der Autobranche gesorgt und binnen kurzer Zeit mehr als fünf Milliarden Euro an Börsenwert vernichtet.

Twitter-Spott:


“Marchionne: “Wir haben ein reines Gewissen.” “Dafür haben wir jetzt auch eine Software.”

su mit dpa, Reuters