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Nordzyperns Präsident Akıncı: "Keine Tabus" bei Wiedervereinigungsgesprächen


Zypern

Nordzyperns Präsident Akıncı: "Keine Tabus" bei Wiedervereinigungsgesprächen

Für den türkisch-zyprische Präsidenten Mustafa Akıncı darf es in den Verhandlungen über eine Wiedervereinigung Zyperns “keine Tabus” geben. euronews-Journalist Sertaç Aktan sprch mit Akıncı.

euronews: “Herr Akıncı, Willkommen bei Euronews. Wie beurteilen Sie die Position Griechenlands während der Gespräche und die Forderung nach mehr Zeit? Es schien, als ob es vor der Konferenz in fünf Punkten schneller ging. Glauben Sie, wenn nur Zyprioten verhandelten, wäre es einfacher und schneller, Lösungen zu finden?”

Mustafa Akıncı: “Griechenland hat sich ein bisschen spät an diesem Prozess beteiligt. Wir können sagen, dass die Türkei schon länger beteiligt war, und deshalb braucht Griechenland mehr Zeit, um einige der Entwicklungen nachzuholen. Eine Rolle spielt auch die Tatsache, dass die griechischen Zyprioten als ein eigenständiger Staat anerkannt sind und ihre stärker etablierte eigene Identität macht ihre Beziehungen zu Griechenland schwieriger als unsere zur Türkei. Griechenland scheint weniger engagiert als die Türkei. Wichtiger ist, dass alle Garantiemächte eine positive Rolle spielen. Das können Sie auch in deren Aussagen sehen, dass sie sich verpflichten, eine Lösung zu finden und diese Gespräche zu unterstützen. Wir sollten uns auf positive Ergebnisse und positive Szenarien konzentrieren ohne irgendetwas Negatives von den Garantiemächten zu erwarten, damit wir Missverständnisse vermeiden.”

euronews: “Erwarten Sie eine neue Landkarte von den griechischen Zyprioten oder werden Sie eine neue vorbereiten? Wird diese Kartenfrage eine neues Problem werden, das wir von nun an in jeder Verhandlungsrunde sehen werden? Und ich weiß, dass Sie eine Anekdote zur Kartenfrage haben. Ich möchte die hören!”

Mustafa Akıncı: “Nun, in dem Augenblick, als die griechische Seite in die Gespräche eintrat, trug Anastasiadis bereits in seiner Hand dieses Ablehnungsschreiben mit sich. Noch bevor er unseren Kartenvorschlag gesehen hat, hatte er seine Ablehnung vorbereitet. Also niemand sollte dramatische Veränderungen unserer Karte erwarten.”

euronews: “Sie sagten, dass England nicht so begeistert ist, Garantiemacht zu sein und mehr an seinen Militärstützpunkten interessiert ist. Wie viel tragen die Briten und die EU zu einer Lösung bei? Wie positiv und konstruktiv sind ihre? Was sind Ihre Erwartungen für den 18. Januar und danach?”

Mustafa Akıncı: “England würde leicht auf die Rolle als Garantiemacht verzichten, nicht aber seine Stützpunkte. Sein Beitrag ist schlecht für unsere Bemühungen. Die EU ist nicht viel anders, ihr Interesse kommt von den griechischen Zyprioten, die EU-Mitglied sind. Die EU ist nur ein Beobachter und wird das bleiben, soweit wir sehen können. Die wirklichen Betroffenen sind die beiden Völker, die auf der Insel leben.”