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Vor der Grenze gestoppt: der umstrittene Zug von Serbien nach Kosovo


Serbien

Vor der Grenze gestoppt: der umstrittene Zug von Serbien nach Kosovo

Die Fahrt eines neuen serbischen Zuges in den Norden des Kosovo hat für Irritationen zwischen Belgrad und Pristina gesorgt. Der Personenzug hätte eine zuletzt vor fast 20 Jahren bediente Verbindung wieder aufnehmen sollen.

Serbien: Kosovo will Streit

Aleksandr Vucic, der serbische Ministerpräsident, gab am Samstag an, seine Regierung sei gezwungen gewesen, die Bahn noch auf serbischem Gebiet zu stoppen. Die Schuld sah er auf kosovarischer Seite: “Die Behörden des Kosovo hatten bewaffnete Einheiten an die Grenze zu Serbien geschickt, um den Zugfahrer und die Passagiere zu verhaften. Alles nur, um einen politischen Erfolg verbuchen zu können. Wir haben dann verstanden, dass es dem Kosovo darum ging, einen Konflikt vom Zaun zu brechen”, so Vucic.

Der Präsident des Kosovo, Hashim Thaçi, hatte den Zug als “Bedrohung der Souveränität” seines Landes bezeichnet und Serbien aufgefordert, dessen Fahrt zu stoppen. In den sozialen Medien bezeichnete er die Fahrt der Bahn in englischer Sprache als “illegal” und als “sinnlose Provokation”:

Zug-Design provoziert Kosovo

Grund für die Verstimmung im Kosovo war das Design des serbischen Zuges. Denn auf der von Russland finanzierten Bahn war, auch in albanischer Sprache, zu lesen: “Kosovo ist Serbien”. Das Innere des Zuges war außerdem mit Abbildungen von Fresken aus serbischen Klöstern im Kosovo ausgekleidet.

Das Kosovo hatte sich 2008 von Serbien abgespalten und ist heute von weit mehr als 100 Ländern völkerrechtlich anerkannt. Die serbische Regierung betrachtet das Kosovo formell als autonome Provinz, räumt jedoch ein, dass eine serbische Souveränität über das Kosovo praktisch nicht vorhanden ist.

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