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Experten in Davos zu "Brexit" - Verhandlungen: Beide Seiten haben Zuckerbrot und Peitsche


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Experten in Davos zu "Brexit" - Verhandlungen: Beide Seiten haben Zuckerbrot und Peitsche

Mit Spannung haben die Wirtschaftsexperten auf dem dem Weltwirtschaftsforum in Davos Theresa May’s “Brexit”-Rede verfolgt.

Ryan Heath, Ex-Sprecher der EU Kommission .. jetzt EU-Korrespondent für die US-amerikanische Zeitung POLITICO sieht die britische Premierministerin auf einem schwierigen Weg.

Ryan Heath, POLITICO:

“Wenn man sich anschaut, was mit Griechenland passiert ist, wenn man sich anschaut, was mit den anderen Rettungspaketen geschehen ist, die in den vergangenen fünf Jahren beschlossen wurden – wenn da 27 gegen einen verhandeln, dann setzen sich wahrscheinlich die 27 durch – und sie halten wie Pech und Schwefel zusamnmen, es geht um ihr Überleben. Zu sagen, Europa muss nett sein, weil Großbritannien sonst hinschmeißt, ist eine sehr riskante Strategie.

“Sie (Theresa May) muss wirklich realistisch sein, was die kommenden zwei Jahren angeht – sie hat nicht das beste Verhandlungsteam – Großbritannien hat zum Beispiel seit Jahrzehnten keine Fachkompetenz in Handelsabkommen. Das in zwei Jahren aufzubauen und ein Abkommen in zwei Jahren durchzuziehen – nicht nur eine Scheidung, sondern eine neue Beziehung – das bedeutet, dass man sich wirklich allen guten Willen erhalten muss auf der Gegenseite. “

Für Andrew Baldwin, Managing Partner von Ernst & Young für Europa, den Mittleren Osten, Indien und Afrika, hat auch Großbritannien eine gewichtige Verhandlungsposition – vor allem wegen der Finanzbranche in London.

Andrew Baldwin, Ernst & Young:

“Finanzdienstleister in London stehen für 1,3 Milliarden Euro an Krediten für europäische Unternehmen, zu 70 Prozent von Banken – britischen Banken oder ausländische Banken, die in London ansässig sind. Das ist ein springender Punkt in allen Übergangsregelungen: Wenn es nicht ausgeschlossen wird, nicht vereinbart und ausgehandelt, gibt es ein reales Risiko für die europäische Wirtschaft, dass ihr bankengesteuertes Kapitalwachstum gebremst wird. “