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Ausschreitungen bei Zerstörung eines Beduinendorfs in Israel

Zwei Menschen sind in Israel getötet worden, bei Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Einwohnern eines Beduinendorfs. Die Polizisten waren dort, um nach einer Gerichtsentscheidung Häuser zu zerst

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Ausschreitungen bei Zerstörung eines Beduinendorfs in Israel

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Zwei Menschen sind in Israel getötet worden, bei Auseinandersetzungen zwischen Polizei und arabischstämmigen Einwohnern eines Beduinendorfs.

Ein Mann hatte nach Polizeiangaben mit seinem Auto eine Gruppe von Polizisten gerammt. Ein Polizist wurde demnach getötet, der Mann in seinem Auto daraufhin erschossen. Danach kam es zu Unruhen. Auch arabische Abgeordnete des israelischen Parlaments waren an den Auseinandersetzungen beteiligt.

Dorfbewohner und eine Menschenrechtlerin schildern den Vorfall andersherum: Ihnen zufolge hatte der Fahrer keinen Anschlag vor und wurde ohne Grund erschossen. Erst dann sei der führerlose Wagen in die Polizistengruppe gerast.

Der Vorfall ereignete sich in dem Dorf Umm al-Hiran am Rand der Negev-Wüste im Süden Israels, in der Nähe der Stadt Beerscheba. Die Polizisten waren dort, um nach einer Gerichtsentscheidung Häuser zu zerstören.

Die mehreren hundert Einwohner arabischer Herkunft sollen gegen ihren Willen in den benachbarten Ort Hura umgesiedelt werden. Ihre Vorfahren waren 1956 hierhergekommen: Auch sie wurden zuvor, 1948, schon aus einer anderen Gegend umgesiedelt. Einen Anspruch auf das neue Land erhielten sie aber nie; es blieb in Staatsbesitz.

Auf dem Gebiet des Beduinendorfs – dessen Existenz Israel als rechtswidrig ansieht – soll nun eine neue jüdische Siedlung mit dem Namen Hiran gebaut werden.

Die Dorfeinwohner waren gerade erst mit dem letzten Versuch gescheitert, die Räumung von Umm al-Hiran vor Gericht zu verhindern.