Eilmeldung

FITUR, Madrid: Noch Tourismus? Oder schon Völkerwanderung?

Die Königs – Felipe und Prinzessin Leticia – kamen zur Eröffnung, im Hinterkopf rekordreife 75,3 Millionen Spanienbesucher aus dem Ausland 2016, knapp zehn Prozent mehr als im Jahr…

Sie lesen gerade:

FITUR, Madrid: Noch Tourismus? Oder schon Völkerwanderung?

Schriftgrösse Aa Aa

Die Königs – Felipe und Prinzessin Leticia – kamen zur Eröffnung, im Hinterkopf rekordreife 75,3 Millionen Spanienbesucher aus dem Ausland 2016, knapp zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor. Internationale Tourismus-Messe in Madrid (FITUR 18. bis 22. Januar 2017).

allviews Created with Sketch. Meinung

""Die Leute wissen echt nicht viel darüber""

Carlos Marlasca, euronews

“240 Millionen Euro erwartet allein die Stadt Madrid an Einnahmen von der Veranstaltung. Die Tourismusmesse ist die Nummer zwei nach Berlin. Am ersten Tag ist das Fachpublikum unter sich. Samstag und Sonntag kommt das “gewöhnliche” Reisevolk dazu.”

Und das zieht es mächtig in die Ferne – mit Zuwächsen wie in den 60er Jahren, so die UN-Tourismus-Organisation (UNWTO). Die Zahl der Auslandsreisenden sei 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 Prozent auf gut 1,23 Milliarden gestiegen – das ist jeder sechste Erdenbürger, Migranten nicht gerechnet. Die Branche feiert das siebte Wachstumsjahr in Folge, trotz Terrorangst. Das Auch für 2017 seien etwa drei bis vier Prozent mehr zu erwarten.

Taleb Rifai Generalsekretär der Welttourismusorganisation UNWTO:

“Wir wollen vor allem das Bewusstsein für die Auswirkungen und die Bedeutung des Tourismus heute schärfen. Reisen und Tourismus haben sich zu sehr wichtigen menschlichen Aktivitäten entwickelt, und die Leute wissen echt nicht viel darüber. Das zweite Ziel, und das genauso wichtig ist: Wie wird aus dieser Aktivität etwas Positives für die Leute und den Planeten.”

In den vergangenen 20 Jahren verdoppelte sich die Zahl der Touristen.

Im Kontinentalvergleich entwickelten sich 2016 vor allem die Regionen Asien und Pazifikraum, die rund acht Prozent mehr Touristen als 2015 empfingen. Afrika konnte ein ähnliches Wachstum verzeichnen, auf dem Kontinent landen aber nur fünf Prozent aller Auslandsreisenden. Der Anstieg sei jedoch nach den negativen Auswirkungen des Ebolafiebers sehr positiv, so Rifai.

Nach Süd-, Mittel- und Nordamerika reisten demnach 2016 rund vier Prozent mehr Touristen als im Vorjahr. Europa wuchs zwar nur um rund zwei Prozent, einige Länder, darunter vor allem Spanien, konnten hier aber von der Unsicherheit und Ungewissheit in anderen Regionen profitierten und meldeten zweistellige Zuwachsraten. Um vier Prozent gingen die Zahlen im Nahen Osten zurück.

Die Sicherheit der Urlauber sei angesichts der Terrorismus-Bedrohung die größte Herausforderung. Rifai: “Die Ziele sind oft Flughäfen, Bahnhöfe, Hotels, Museen, Strände – die touristische Infrastruktur also”.

Und: Das “Internationale Jahr des nachhaltigen Tourismus für Entwicklung” 2017 solle “gerade in diese Zeiten von Respekt- und Toleranzmangel auch zum gegenseitigen Verständnis beitragen.”

su mit dpa