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"EU-Austritt darf für London nicht zur Rosinenpickerei werden"

Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault hat eine Äußerung seines britischen Kollegen Boris Johnson zurückgewiesen und betont, dass es beim geplanten EU-Austritt Londons keine Rosinenpickerei geben

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"EU-Austritt darf für London nicht zur Rosinenpickerei werden"

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Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault hat eine Äußerung seines britischen Kollegen Boris Johnson zurückgewiesen und betont, dass es beim geplanten EU-Austritt Londons keine Rosinenpickerei geben werde. “Das wäre das Ende Europas”, fügte er hinzu. “Es geht nicht darum, das Vereinigte Königreich zu bestrafen. Niemand hat davon gesprochen. Mein britischer Kollege hingegen hat diesen Ausdruck gebraucht. Frankreich steht nicht auf diesem Standpunkt.”

Boris Johnson hatte während seiner Indien-Reise mit Äußerungen über Frankreich und die EU im Zusammenhang mit dem Brexit für Verstimmung gesorgt: “Wenn Frankreichs Präsident Hollande jedem der zu fliehen versucht Prügelstrafen wie in einem Film über den Zweiten Weltkrieg auferlegen will, dann bringt uns das nicht voran. Das liegt eigentlich nicht im Interesse unserer Freunde und Partner.”

Nach der Grundsatzrede über den Austritt ihres Landes am Dienstag äußerte sich die britische Premierministerin Theresa May auch bei ihrem Auftritt beim Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos zum Brexit: “Auf Großbritannien kommt eine Zeit folgenschwerer Veränderungen zu. Wir müssen harte Verhandlungen bestehen und für uns eine neue Rolle in der Welt schaffen. Es bleibt in überwältigender und zwingender Weise im nationalen Interesse Großbritanniens, dass die EU als Organisation Erfolg hat.”

Das höchste Gericht Großbritanniens will am kommenden Dienstag entscheiden, ob die Regierung in London die Zustimmung des Parlaments braucht, um die Scheidung von der EU einzureichen. Das Urteil wird mit großer Spannung erwartet.