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Schwierige Rettungsarbeiten nach Lawinenunglück in Italien

Während die schwierigen Rettungsarbeiten im italienischen Lawinengebiet anhalten, gibt es erste Details von Überlebenden, darunter ein 38-jähriger Urlauber.

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Schwierige Rettungsarbeiten nach Lawinenunglück in Italien

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Während die schwierigen Rettungsarbeiten im italienischen Lawinengebiet anhalten, gibt es erste Details von Überlebenden, darunter ein 38-jähriger Urlauber. Der Italiener war laut Nachrichtenagentur ANSA an seinem Auto, um etwas zu holen, als die Lawine kam. Ein Freund von ihm berichtete dem italienischen Fernsehen, der Überlebende habe ihn am Mittwochabend um Viertel vor 6 angerufen und um Hilfe gebeten, er sagte “Die Lawine hat alles zerstört. Das Hotel steht nicht mehr.”

Der Mann wurde selbst verschüttet, konnte sich aber aus eigenen Kräften befreien. Der behandelnde Arzt im Krankenhaus von Pescara sagte: “Dem Patienten geht es gut. Er war stark unterkühlt, aber wir kümmern uns um ihn. Er ist bei Bewusstsein – es sieht gut für ihn aus.” Die Rettungskräfte suchen unter anderem mit Spezialhunden, Geophonen – mit denen Bodenschwingungen erfasst werden können – und Kameras nach Vermissten. Die Hoffnung, Überlebende zu finden, schwindet minütlich. Denn das Hotel “Rigopiano” im bergigen Erdbebengebiet ist für Gäste und Personal zur Todesfalle geworden. Eigentlich ist das Haus inmitten malerischer Landschaft vier Stockwerke hoch, nun steckt es fast bis zum Dach im Schnee.

Vieles deutet unterdessen darauf hin, dass die Katastrophe im Hotel am Ende einer fatalen Verkettung von Umständen steht. Medien zitieren den Bruder eines Vermissten, der am Mittwoch das letzte Lebenszeichen von seinem Bruder gegen 16.30 Uhr per Whatsapp erhielt. “Und da war die
Lawine noch nicht abgegangen”, sagt er. “Er hat mir geschrieben, dass sie gerade abfahren wollten, aber dass es Verzögerungen wegen des
Schnees gab.” Weil die Straßen blockiert gewesen seien, verspätete sich die Ankunft eines Schneepflugs, die Gäste blieben noch im Hotel, so der
Angehörige. “Er war wegen des Erdbebens verängstigt, aber nicht wegen des schlechten Wetters.” Das war das letzte Lebenszeichen seines
Bruders.

“Hilfe, Hilfe, wir sterben vor Kälte”, habe ein Paar als Hilferuf per SMS aus dem verschütteten Hotel am Mittwochabend abgesetzt, berichten
Medien. Hat tatsächlich eine Verspätung zahlreiche Menschenleben gekostet? Dass die Staatsanwaltschaft in Pescara wegen fahrlässiger
Tötung ermittelt, könnte darauf hindeuten. Was klar ist: In Italien haben am Mittwoch zwei gefährliche Naturgewalten gemeinsam zugeschlagen. Massen von Schnee waren eigentlich schon genug für die Region, die unter den Folgen schwerer Erdbeben im August und Oktober leidet. Dann folgten vier schwere Erdstöße, alle mit einer Stärke über 5, binnen weniger Stunden.