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Militärintervention in Gambia

Soldaten mehrerer westafrikanischer Staaten sind in Gambia einmarschiert, um den abgewählten Staatschef Yahya Jammeh zur Aufgabe zu zwingen.

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Soldaten mehrerer westafrikanischer Staaten sind in Gambia einmarschiert, um den abgewählten Staatschef Yahya Jammeh zur Aufgabe zu zwingen. Die Truppen der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS drangen nach Medienberichten am Donnerstagabend in Richtung der gambischen Hauptstadt Banjul vor. Augenzeugen im Grenzgebiet berichteten von langen Kolonnen von Militärfahrzeugen mit schwerbewaffneten Soldaten. Neben dem Senegal hatten auch Nigeria und Ghana Soldaten für den Einsatz bereitgestellt.

Die Straßen in der Hauptstadt Banjul waren am Donnerstag angesichts der angespannten Lage menschenleer. Zehntausende Gambier sind seit Beginn der Krise bereits in den benachbarten Senegal geflohen.

Jammehs Nachfolger und Wahlsieger Adama Barrow war kurz zuvor im Nachbarland Senegal vereidigt worden. Die Zeremonie fand in der gambischen Botschaft statt und wurde im staatlichen Fernsehen übertragen. Barrow seine Landsleute auf, zusammenzustehen, um dem Land zu einem Neuanfang zu verhelfen. Seine Regierung werde sich für Reformen und eine Stärkung der Demokratie einsetzen, erklärte Barrow. Der UN-Sicherheitsrat hatte dem neuen Staatschef einstimmig seine Unterstützung ausgesprochen.

Der Weltsicherheitsrat hatte die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS zu der Militärintervention ermächtigt.





In der von Gambias Nachbarland Senegal eingebrachten Resolution Resolution wird Wahlsieger Barrow als neuer Staatschef anerkannt. Zugleich drückte der Rat ECOWAS seine “volle Unterstützung” dafür aus, sicherzustellen, dass der Wille des Volkes in Gambia umgesetzt werde. Die Resolution wurde einstimmig verabschiedet.

Der seit 22 Jahren mit harter Hand regierende Wahlverlierer Yahya Jammeh will trotz des Ablaufs seiner Amtszeit am Mittwoch nicht abtreten. Führende gambische Militärs hatten erklärt, keine Befehle mehr von ihm anzunehmen. Sie seien nur noch dem neuen Präsidenten verpflichtet.





Die Gesamtstärke der gambischen Streitkräfte liegt zwischen 800 bis 1000 Soldaten. Jammeh hatte zuletzt den Notstand ausgerufen, um im Amt zu bleiben. Die frühere britische Kolonie Gambia gehört nach einem UN-Index zu den 20 ärmsten Ländern der Welt. Neben der Landwirtschaft ist in dem Staat mit etwa zwei Millionen Einwohnern der Tourismus einer der
wichtigsten Wirtschaftszweige. Europäische Reiseveranstalter hatten am Mittwoch damit begonnen, Strandurlauber in ihre Heimatländer zurückzubringen.