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"Der Bürger" - Über die Schwierigkeit, ein Ungar zu werden


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"Der Bürger" - Über die Schwierigkeit, ein Ungar zu werden

Der ungarische Film “Az állampolgár” (übersetzt bedeutet das “Der Bürger”) erzählt die Geschichte eines afrikanischen Einwanderers, der sich nichts sehnlicher wünscht, als in die ungarische Gesellschaft integriert zu werden, doch auf herbe Ablehnung und Rassismus stößt.

Die Hauptrolle spielt Marcelo Cake-Baly, ein dunkelhäutiger Ungar, der 1976 aus Guinea-Bissau nach Budapest kam und Mitte der 90er Jahre eingebürgert wurde. Mit Ablehnung hat er bis heute zu kämpfen.

Marcelo Cake-Baly: “Ich fühle mich ungarisch, aber auf der Straße betrachtet man mich als Afrikaner. Man kann meinem Gesicht nicht ablesen, wie lange ich schon hier lebe, dass ich eine ungarische Familie habe, arbeite und ein Steuern zahlender Bürger bin. Wenn ich auf die Straße gehe, sehen die Leute in mir den Migranten”

In Ungarn hat die Ausländerfeindlichkeit in jüngster Vergangenheit stark zugenommen, was mit dem scharfen Kurs der Migrationspolitik unter der Regierung von Viktor Orbán zusammenhängt. Vor diesem angespannten Hintergrund kommt der Film in die Kinos.

Regisseur Roland Vranik versteht ihn als ein positives Signal: “Wir haben eine Massenpsychose erlebt, das geschieht, wenn man durch etwas erschreckt wird, das liegt in der Natur der Angst. Wir wurden durch diese gesichtslose Masse, die wir Migranten nennen, erschreckt. Das schürt eine Art Urangst, die man auf gewisse Weise respektieren muss und nicht verhöhnen sollte. Dennoch glaube ich, dass Europas Bürger dazu bereit sind, zu verstehen, dass diese Menschen Hilfe brauchen.”

Der Film kommt Ende Januar in die ungarischen Kinos, weitere Premierendaten sind nicht bekannt.

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