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May: Tschüss Thatcherismus, hallo starker Staat


Wirtschaft

May: Tschüss Thatcherismus, hallo starker Staat

Die britische Regierung will Technologie zum Schwerpunkt ihrer neuen Wirtschaftspolitik machen – um die stark dienstleistungsorientierte Wirtschaft auf die Zeit nach dem “Brexit” fit zu machen. Premierministerin Theresa May will als “Moderne Industriestrategie” eine stärkere Zusammenarbeit in den Schlüsselindustrien im Gegenzug zu staatlicher Unterstützung bei Regulierung, Handel und Forschung.

Die Konzentration auf die Industrie und eine forcierte Industriepolitik sind eine Abkehr von der traditionellen konservative Laissez-faire-Ideologie, vom Typ der – ebenfalls konservativen – ehemaligen Premierministerin Margaret Thatcher.

Philip Hammond, britischer Finanzminister:

“Meine starke Vorliebe und die starke Vorliebe meiner Premierministerin ist: Wir behaupten unsere Wettbewerbsfähigkeit, indem wir im europäischen Wirtschafts-Mainstream bleiben, mit Zugang zu den europäischen Märkten und mit Zugang unserer europäischen Nachbarn zu unserem Markt.”

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hatte Hammond die Europäische Union gewarnt, dass Großbritannien andere Möglichkeiten finden würde, nach dem “Brexit” wettbewerbsfähig zu bleiben, wenn ein umfassendes Handelabkommen mit der EU nicht zustandekomme.

Wie das alles gehen soll, die Strategien in den Bereichen Wirtschaft, Regionales, Bildung, Verkehr und Digitalpolitik, können Unternehmen in einem druckfrischen “Grünbuch” der britischen Regierung nachlesen.

BREXIT – NA UND?”

Deutsche Firmen sehen dem Brexit überraschend entspannt entgegen, stellte das Institut der deutschen Wirtschaft Köln nach einer Umfrage unter 2.900 Unternehmen fest. Mehr als 90 Prozent fühlten sich nicht oder nur wenig betroffen. “Großunternehmen machen sich am meisten Sorgen”, so das Institut, “ein Fünftel rechnet mit einem Rückgang der Exporte aufgrund des Brexit.”

su mit Reuters