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Mit Nasenknorpel Kniegelenke heilen


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Mit Nasenknorpel Kniegelenke heilen

Knieverletzungen mit Knorpelzellen aus der Nase heilen, diesen vielversprechenden Ansatz verfolgt eine Schweizer Studie am Universitätsspital in Basel. Zehn Patienten mit Knieverletzungen wurden Knorpelzellen aus der Nasenscheidewand entnommen, außerhalb des Körpers zu Knorpelgewebe gezüchtet und dann den Patienten in das Kniegelenk eingesetzt. Mit Erfolg!

Ivan Martin, Bio-Ingenieur am Baseler Universitätsspital und Leiter der Studie erklärt: “Bei der Methode wird eine kleine Biopsie von sechs Millimetern Durchmesser aus der Nasenscheidewand entnommen und zerkleinert. Die Knorpelzellen werden isoliert und in Kulturen über einen Zeitraum von zwei Wochen vermehrt.”

Alle Studienteilnehmer hatten Knorpelverletzungen am Kniegelenk. Die Knochen selbst waren jedoch intakt. Zwei Jahre später kann man feststellen, dass das neue Knorpelgewebe bei allen Patienten gut angenommen wurde. Knorpelzellen aus dem Kopfbereich haben eine hervorragende Regenerationsfähigkeit.

Marcus Mumme, Oberarzt Orthopädie und Traumatologie: “Wir glauben, dass wir mit unserer Therapie die Leistung der Patienten verbessern können. Und für den Patienten ist es ein gutes Gefühl, keinen künstlichen, sondern einen biologischen Ersatz im Gelenk zu haben.”

Bis die Methode in der Praxis angewandt werden, ist es aber noch ein weiter Weg. Nun muss sich zeigen, ob der neue Knorpel die gleiche Qualität uns Widerstandsfähigkeit haben.

Ivan Martin: “Uns fehlen die Langzeitergebnisse. Deswegen können wir die Methode nicht bei Patienten mit degenerativen Krankheiten anwenden.”

Im zweiten Teil der Studie soll nun die neue Methode zwei Jahre lang europaweit an insgesamt 108 Patienten getestet werden. Durchgeführt wird die Studie in Basel, Zagreb, Mailand – und in Freiburg im Breisgau.

Die Ergebnisse werden in etwa vier Jahren vorliegen. Sollten diese positiv sein, könnte mit einer Vermarktung der Nasenknorpel-Methode begonnen werden.

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