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Festnahmen bei Razzia gegen deutsche Rechtsextreme

Nach deutschlandweiten Razzien wurden der Hauptverdächtige und ein weiterer Mann vorläufig festgenommen. Beschlagnahmt wurden unter anderem Waffen und Munition.

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Festnahmen bei Razzia gegen deutsche Rechtsextreme

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Nach einer Razzia gegen Rechtsextremisten in sechs deutschen Bundesländern hat die Bundesanwaltschaft zwei Verdächtige vorläufig festnehmen lassen. Darunter ist ein 62 Jahre alter Hauptverdächtiger aus Schwetzingen in Baden-Württemberg. Er soll der Bewegung der “Reichsbürger” nahestehen, denen die Razzia ebenfalls galt. Zusammen mit einem weiteren Mann ist der 62-Jährige dringend verdächtig, eine rechtsextreme Terrorvereinigung gegründet zu haben.

Bei den Razzien wurden unter anderem Waffen, Munition und Sprengstoff gefunden. Die rund 200 beteiligten Beamte durchsuchten Objekte in Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt.

Innenminister Thomas de Maizière bezeichnete die Aktion als erfolgreich:_“Etwaiger entstehender Rechtsextremismus wird von den Sicherheitsbehörden im Keim erstickt. Das zeigen die Maßnahmen heute. Und das zeigen meine Vereinsverbote aus dem letzten Jahr. Der Rechtsstaat bleibt auch hier entschlossen und wachsam.”

Die Bundesanwaltschaft ermittelt insgesamt gegen sechs Verdächtige wegen Bildung einer rechten Terrorvereinigung. Die Männer im Alter zwischen 35 und 66 Jahren sollen Anschläge auf Juden, Asylbewerber und Polizisten in Deutschland geplant haben. Konkrete Erkenntnisse dazu lagen der Bundesanwaltschaft nicht vor.

Sogenannte Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik nicht an. Sie behaupten, das Deutsche Reich bestehe bis heute fort. Nach Einschätzung des Bundesinnenministeriums stellen die “Reichsbürger” eine “ernstzunehmende extremistische Gefahr” dar.

Im Oktober hatte ein “Reichsbürger” in Georgensgmünd bei Nürnberg einen Polizisten erschossen und drei weitere Beamte zum Teil schwer verletzt