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Die Zukunft der Mode? Nachhaltig, digital - aber bitte mit Stil!


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Die Zukunft der Mode? Nachhaltig, digital - aber bitte mit Stil!

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Dass nachhaltige Mode immer stärker im Trend liegt, zeigte das grüne Messeduo Greenshowroom und Ethical Fashion Show im Rahmen der jüngsten Berliner Modewoche. Knapp 180 Marken waren diesmal vertreten, mehr als je zuvor. Das Umweltbewusstsein der Branche wächst. Die Kundschaft will Nachhaltigkeit, aber bitte mit Stil. Beispielsweise Strumpfhosen aus alten Fischernetzen (vom bayerischen Strumpfhersteller Kunert.), passenderweise Netzstrumpfhosen mit Naht!

Susanne Mayr, Kunert: “Gemeinsam mit unserem Partner Econyl, der diesen Prozess des Aufbereitens für uns durchführt, werden die Fischernetze geschreddert, dann werden Teppichreste zum Beispiel beigemischt und dann wird das Ganze flüssig zu einem Granulat. Und aus diesem Granulat entsteht dann unser Garn, mit dem wir unsere Strümpfe stricken.”

Ebenfalls ökologisch einwandfrei, die Pumps von Alina Schürfeld aus biozertifiziertem Lachsleder. Eigentlich ein Abfallprodukt aus der Fischverarbeitung, das hier neuen Glanz erhält. Butterweich und ebenso Wasser abweisend wie Glattleder. Die Treter haben einen stolzen Preis, hochwertig sind sie allemal.

Herrenfliegen aus Holz hat das griechische Unternehmen Exallo im Angebot. Mit dieser originellen Idee haben die Brüder Leon und Babis Souras dem väterlichen Schreinerbetrieb neues Leben eingehaucht. Die Fliegen werden in Handarbeit gefertigt, aus alten Eichen- und Buchenhölzern.

Von der Fliege zum Schlips: Edle Krawatten, handgemacht und aus Schweizer Seide hat das Unternehmen Carpasus im Angebot. Damit wird eine alte Tradition wiederbelebt. Noch ist die jährliche Schweizer Seidenernte gering, doch das soll sich ändern.

Michael Zaech, Carpasus: “Für uns ist es einfach schön zu sehen, dass es in der Schweiz wieder hergestellt wird, dass Bauern damit ein Einkommen generieren können. Wir sind eine Schweizer Marke, können also lokal produzieren und hoffen natürlich, dass wir damit wieder das Handwerk in der Schweiz verstärken und dass die Mengen dann mit der Zeit höher werden.”

Smart Clothing heißt das Zukunftskonzept

Um die Zukunft der Mode ging es auf der Fashiontech, einem weiteren Event im Rahmen der Berlin Fashion Week. Die belgische Designerin Jasna Rok beispielsweise präsentierte Kleidung, die über Sensoren mit dem Gehirn verbunden ist und Emotionen zum Ausdruck bringt.

Jasna Rok: “Der User trägt einen EEG-Sensor, der die Gehirnströme misst und in Echtzeit an den Kragen weiterleitet. Dieser reagiert je nachdem, wie sich der User fühlt. Wenn es ihm unangenehm ist, ich ihm zu nahe trete oder er mit Bildern überflutet wird, geht der Kragen hoch und verwandelt sich in einen Kokon.”

Moon Berlin spielt mit T-Shirt-Motiven, die in Verbindung mit einer speziellen App Augmented Reality Effekte erzeugen. Kleider mit Leuchtdioden entwirft die Slowenin Anja Dragan.

Smart Clothing heißt das Zukunftskonzept, dass sich nach Meinung von Fashiontech-Organisatorin Anita Tillmann, massiv durchsetzen wird. “Denn wenn eine Technik einfach und nützlich ist, greifen die Menschen darauf zurück. Das ist eine ganz normale Entwicklung.”

Wer glaubt, das alles sei nur Spielerei, Kleidung ist ein potenzielles Hitechprodukt, auf das die Branche große Hoffnungen setzt.

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