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Legenden der Raumfahrt: Die Huygens-Mission


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Legenden der Raumfahrt: Die Huygens-Mission

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In diesem Jahr widmet sich unsere Mini-Space-Serie den ‘Legenden der Raumfahrt’. Das ganze Jahr über schauen wir auf einige der größten Augenblicke in der Raumforschung zurück, von Sputnik bis Rosetta. In diesem Monat: Die ESA-Sonde Huygens, die im Januar 2005 Geschichte schrieb.

Am 14. Januar 2005 landet Huygens mit einem Fallschirm auf dem größten Saturn-Mond Titan. Gut sieben Jahre war sie auf der Muttersonde Cassini dorthin unterwegs. Die Huygens-Mission ist der erste erfolgreiche Versuch der Menschheit, eine Sonde in einer anderen Welt im fernen Sonnensystem zu landen.

Missionsleiter Jean-Pierre Lebreton erinnert sich: “Die Huygens-Landung ist die weitestentfernte, die wir je im Sonnensystem hinbekommen haben. Das Signal kam mit ungefähr einer Dreiviertelstunde Verspätung, es gab also etliche Momente lang Stress. Aber als die ersten Daten uns erreichten, als wir die ersten Bilder sehen konnten, das war wirklich …. magisch!”



Die Bilder zeigten eine Welt, die der Erde in gewisser Weise ähnelt. Lebreton: “Als ich am nächsten Tag das erste Panorama-Bild sah, hab ich gedacht, das sieht ja aus wie die Cote d’Azur. Das ähnelt wirklich der Cote d’Azur. Aber die Bestandteile sind natürlich ganz anders, denn auf der Oberfläche dort herrschen minus 180 Grad. Die Hügel, das sind Eishügel, und das Flüssige sind Kohlenwasserstoffverbindungen mit Methan oder vielleicht Methan und Ethan vermischt.”

Mit Huygens sollte erstmals direkt am Ort die Chemie der Titanatmosphäre genau untersucht werden, außerdem sollte die Sonde Fotos von der verborgenen Oberfläche des Titan aufnehmen und einen „Wetterbericht“ erstellen.



Der Titan interessierte die ESA-Wissenschaftler vor allem wegen der Möglichkeit, dass seine stickstoff- und methanreiche Atmosphäre und seine Oberfläche in ihren Eigenschaften der Erde in deren frühem Stadium ähneln. Bei der näheren Untersuchung wurden komplexe organische Verbindungen sowohl in der Gas- als auch in der festen Umgebung nachgewiesen.

Aufgrund der Ergebnisse sehen die Forscher im Titan einen “vielversprechenden Ort zur Beobachtung von Molekülen, die möglicherweise Vorgänger der Grundbausteine des Lebens auf der Erde waren”. Jedoch, so Lebreton: “Nun liegt Huygens für immer auf der Oberfläche von Titan. Und vielleicht wird eines Tages eine zweite Sonde Huygens dort treffen und guten Tag sagen – aber das wird nicht so bald sein.”

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