Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Tschaikowski mit orientalischem Charme: Domingo & Rana in Oman


musica

Tschaikowski mit orientalischem Charme: Domingo & Rana in Oman

Mit Unterstützung von

Eine Perle der westlichen Musik vor der Kulisse aus 1001 Nacht: Tschaikowskis Klavierkonzert Nr. 1 im Royal Opera House in Maskat im Sultanat Oman – an einem Ort, an dem sich orientalische und westliche Kultur begegnen sollen.



Plácido Domingo dirigierte das Royal Oman Symphony Orchestra, am Klavier Beatrice Rana. “Meine Beziehung zu Tschaikowskis Konzert ist eine Hass-Liebe – wie alle intensiven Beziehungen”, räumt die junge Italienerin ein. “Manchmal liebe ich das Konzert von ganzem Herzen und habe das Gefühl, ich könnte nicht ohne es leben, und manchmal kann ich es einfach nicht ertragen. Zum Glück ist es jetzt gerade der Moment, in dem ich es liebe! Das ist eins dieser Stücke, an denen du wächst, denn es hat eine gigantische Architektur, mit tausenden emotionalen Nuancen, vielen musikalischen versteckten Winkeln. Und das gibt einem wirklich die Möglichkeit, diese Musik unaufhörlich zu erkunden und neu zu entdecken.”



Von den Proben mit Plácido Domingo, der schon öfter in Maskat ein Gastspiel hatte, erzählt sie: “Normalerweise summen die Dirigenten bei der Probe dem Orchester die Hauptthemen vor. Manchmal schüchtern, manchmal ein bisschen falsch … Gestern hatte ich Probe mit Maestro Domingo, und plötzlich hörte ich diese wundervolle Stimme, er sang den Musikern die Themen vor … und ich habe mir gesagt, ‘Wow, ich verstehe, warum er solch ein großartiger Sänger ist!”



Eine Wertschätzung, die auf Gegenseitigkeit beruht. Plácido Domingo über die Pianistin: “Die Wahrheit ist: Ich fand sie genial, sie ist genial! Das Konzert von Tschaikowski ist mordsmäßig schwierig, und es in dieser Form mit nur 24 Jahren interpretieren zu können, das war für mich eine angenehme Überraschung. Sie ist eine der großen Pianistinnen, trotz ihrer Jugend, und jetzt werden wir mal sehen, wie weit sie kommt!”

Rana bleibt bescheiden. Und hat ein gespaltenes Verhältnis auch zu ihrem Beruf: “Es gibt da nichts Natürliches im Beruf des Musikers. Ich rede da nicht vom Musikmachen, aber vom Beruf selbst. Ich denke, Ehrlichkeit ist von fundamentalem Wert, wenn man sich vor ein Publikum setzt und erwartet, dass die Leute zwei Stunden lang still sind und zuhören, und für sich beansprucht, etwas extrem Interessantes zu sagen. Aber wenn man ehrlich genug ist zu sagen: Ich bin’s bloß, und ich möchte Ihnen aufrichtig vermitteln, was ich über diese Musik denke, dann hat man eine Chance, sich mit dem Publikum mehr oder weniger auf gleiche Höhe zu stellen.”


Mehr zum Royal Opera House Muscat auf Deutsch und auf Englisch

Interview mit Beatrice Rana


Auswahl der Redaktion

Nächster Artikel

musica

Neujahrs-Ritual: Die Wiener Philharmoniker - diesmal mit Gustavo Dudamel